Viel Potenzial für neue Standorte

Markt / 22.03.2021 • 22:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Rewe-Manager Hannes Gruber, Harald Mießner und Marcel Haraszti vor dem Merkur-Markt in Altach. vn/Sams
Die Rewe-Manager Hannes Gruber, Harald Mießner und Marcel Haraszti vor dem Merkur-Markt in Altach. vn/Sams

Rewe würde gerne expandieren. Zunächst steht Umwandlung von Merkur zu Billa Plus an.

Altach Mit April bekommen die 144 Merkur-Standorte in Österreich ein neues Gesicht. Denn der Mutterkonzern Rewe hat sich dazu entschieden, die Marke in Billa Plus umzubenennen.

In Vorarlberg hat Merkur mit Dornbirn, Altach und Rankweil drei Standorte. Dazu kommen elf Billa-Märkte. Sorgen, dass das Sortiment unter der Umstellung leiden wird, zerstreuen Rewe-Vorstand Marcel Haraszti, Harald Mießner, Vertriebsvorstand von Billa/Merkur, sowie Regionalmanager Hannes Gruber im VN-Gespräch. „Kunden bekommen das Beste aus zwei Welten. Das Einkaufserlebnis bleibt, es gibt eine bessere Eigenmarkenwelt, die Teams bleiben, und auch das Sortiment wird insgesamt erweitert“, sagt Haraszti. Man habe nämlich die Erkenntnis gewonnen, dass hier noch mehr gehe. Neben der neuen Eigenmarke „Billa Bio“  brauche es genauso starke Markenartikel. „Wenn die Industrie mit ihren Produkten Innovation und Mehrwert bietet, haben diese genauso ihre Existenzberechtigung.“ Zudem sollen noch lokalere Sortimente den Weg in die Märkte finden. Für diese gebe es auch einen schnelleren Listungsprozess.

Kosteneinsparung

Der Grund für die Zusammenführung liegt in den Kosten. „Mit geteilter Kraft war es schwerer in der Kommunikation. Durch eine schlankere Organisation haben wir bereits 20 Millionen Euro eingespart“, betont Haraszti. In der Zentrale hat das 200 Jobs gekostet. In den Filialen werde man aber keinesfalls Mitarbeiter abbauen, vielmehr österreichweit 1000 neue einstellen.

Bei der Positionierung sieht Rewe keine großen Hürden. Merkur und Billa hätten keine verschiedenen Kundenschichten, sondern unterschiedliche Einkaufsmissionen. Während man für den schnelleren Einkauf eher zu Billa gehe, stehe Merkur mehr für den Wochenendeinkauf. Zudem gebe es noch die Möglichkeit zur Onlinebestellung, die gerade in Coronazeiten stark nachgefragt ist.

Neben der Digitalisierung habe man in dieser Zeit beim Einkaufsverhalten mehrere Phasen erlebt. Zunächst die Bevorratung, dann der Trend zur gesunden Ernährung und Regionalität. Aktuell sehe man ein höheres Preisbewusstsein der Kunden. Kurzarbeit und Existenzängste habe die Nachfrage nach Preiseinstiegsprodukten erhöht.

Nicht in Marktanteilen denken

In Marktanteilen will man bei Rewe indes nicht denken. Auch wenn man 2020 den ersten Platz an Spar verloren hat. „Mir bereiten Kundenbeschwerden mehr Kopfzerbrechen als 0,1 Prozent Marktanteile. Rewe ist eine Genossenschaft, und die Eigentümer wollen, dass wir nachhaltig wachsen“, so Haraszti. Viel Potenzial sieht er in Vorarlberg für neue Standorte. „Hier sehen wir Chancen und wären bereit zu investieren“, sagt Haraszti. Denn der Marktanteil von Rewe sei in Vorarlberg österreichweit am geringsten. Es sei nur leider nicht einfach, entsprechende Flächen beziehungsweise Widmungen zu bekommen. Heuer sollen jedenfalls noch die Billa-Standorte in Bludenz, Hohen­ems und Nenzing umgebaut beziehungsweise vergrößert werden.

Nicht betroffen von der Umstrukturierung ist übrigens Adeg. Hier bleibe alles beim Alten. VN-reh