Weshalb die Vergaben für Hotelneubau weiter für Aufregung sorgen

Markt / 24.03.2021 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Weshalb die Vergaben für Hotelneubau weiter für Aufregung sorgen
FPÖ-Klubobmann Christof Bitschi will anhand des Beispiels Falkensteiner Latschau wissen, wie ernst es der Regierung mit regionalen Vergaben ist. FA

FPÖ-Anfrage an Wallner zu Vergaben für Hotelbau. illwerke vkw kontern mit Zahlen.

Tschagguns, Bregenz Die Auftragsvergaben für das Falkensteiner-Hotel in Tschagguns Latschau sorgen nach einem Bericht in den VN weiterhin für Diskussionen. So drohte ein anomyn bleiben wollender Unternehmer in einem Brief an die VKW und Landeshauptmann Markus Wallner, dass Unternehmen auch umgekehrt in Südtirol nach einem günstigeren Stromversorger suchen könnten, wenn der Landesenergieversorger seinerseits bei Bauprojekten auf Gewerke aus Innerösterreich und Südtirol setze.

Schaden für Handwerk

Den Projektverantwortlichen bei Michaeler und Partner wirft er vor, man habe um ein Angebot mit „völlig unzureichenden Ausschreibungsunterlagen gebeten“ und sei auch nicht bereit gewesen, „mehr herauszugeben“. Außerdem schaden, so der Unternehmer, Aussagen, „dass die Preise stimmen müssen“ dem Handwerk insgesamt, denn andere Auftraggeber könnten sich denken, das Vorarlberger Handwerk sei generell zu teuer.

Ganz konkret hat sich die Landes-FPÖ in die Diskussion eingemischt. Klubobmann Christof Bitschi hat im Zuge einer Landtagsanfrage zehn Fragen an Landeshauptmann Markus Wallner gestellt. Mit Bezug auf den Artikel in den VN möchte er wissen, was bisher von der Landesregierung unternommen wurde, um bei der Vergabe öffentlicher Aufträge regionale Unternehmen noch stärker zu berücksichtigen. Auch der aktuelle Stand hinsichtlich der Herausgabe der Neuauflage des „Handbuchs zur Regionalvergabe“ interessiert ihn. Diese Neuauflage soll, so ist aus der Wirtschaftskammer zu hören, bereits in Arbeit, allerdings gebe es wegen der aktuellen Coronakrise Verzögerungen. illwerke-vkw-Vorstand Christof Germann relativiert indessen. Er legt offen, wie viele Firmen für die jeweiligen Baumaßnahmen zur Anbotslegung eingeladen waren. Für die Baumeisterarbeiten sind es 18 Firmen, neun davon aus Vorarlberg, angeboten haben zwei Firmen. Ein ähnliches Bild zeige sich in anderen Bereichen, bei den Lüftungsarbeiten habe eine Vorarlberger Firma auch den Zuschlag erhalten. Bisher wurden Arbeiten in Höhe von 18,3 Millionen Euro vergeben. Wären die Arbeiten an Vorarlberger Firmen gegangen, hätten die illwerke vkw 20,1 Millionen Euro dafür bezahlen müssen.

Fokus auf Vorarlberg

Germann betont im Gespräch mit den VN, dass man nichtsdestotrotz auf regionale Betriebe schaue. So sind Vergaben für die Lünerseebahn oder die Fahrbetriebsmittel der Golmer Bahnen an Vorarlberger Unternehmen gegangen, auch das neue Ausbildungszentrum sei von Vorarlberger Firmen errichtet worden. Man werde den Kurs weiterverfolgen, möglichst heimische Unternehmen zu beschäftigen, doch in diesem Fall sei das für Vorstand und Aufsichtrat nicht möglich, so der Vorstand. Auch für das Hotel in Latschau gebe es weitere Aufträge, die für Vorarlberger Anbieter sehr interessant seien, etwa das Biomasseheizwerk.

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