Finanzmärkte haben mit Corona abgeschlossen

Markt / 09.04.2021 • 18:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Asien und zyklische Titel: Experten sehen gutes Börsenjahr 2021.

Schwarzach Wegen der Coronakrise ist jegliche Normalität noch weit entfernt. Allerdings gibt es einen Bereich, dem die Pandemie bislang scheinbar nicht viel anhaben konnte. Auf den Aktienmärkten setzte nach kurzen Kurseinbrüchen im März 2020 rasch die Erholung ein. Getrieben vor allem durch die Hilfspakete der Regierungen und die Geldflut der Notenbanken.

„Die Finanzmärkte haben mit der Pandemie weitgehend abgeschlossen“, sagt Jakob Frauenschuh von der Schoellerbank. Heute gehe es auf dem Aktienmarkt vor allem um den erwarteten Aufschwung der Wirtschaft, der durch die fortschreitende Durchimpfung in Sicht ist. Allerdings werde es unterschiedliche Geschwindigkeiten geben. „Am weitesten voran sind die asiatischen Schwellenmärkte.“ Und die USA eile Europa mit einer unerwartet schnellen Impfkampagne und einem gewaltigen Fiskalpaket davon. „Die US-Wirtschaft wird in diesem Jahr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen spektakulären Aufschwung erleben. Die europäische Wirtschaft wird sich auch erholen, jedoch langsamer“, sagt Frauenschuh.

Europa beflügelt

Die starken Impulse aus den USA hätten aber auch die europäischen Börsen beflügelt, und die Indizes auf dieser Seite des Atlantiks seien sogar stärker gestiegen als der S&P 500. Der Grund? „Industrie- und Finanzwerte erleben eine Renaissance, und diese Branchen sind in Europa stärker vertreten. IT-Unternehmen, die sich vermehrt in den USA befinden, waren die Stars des Krisenjahres 2020. Doch in diesem Jahr treten sie auf der Stelle“, betont Jakob Frauenschuh.

Auch Roland Rupprechter, Geschäftsführer von R&B Research und Vermögensmanagement in Dornbirn, rechnet mit einem guten Börsenjahr 2021. „Aktien bleiben für uns die interessanteste Anlageklasse.“ Attraktiv seien vor allem Sektoren, die von der sich erholenden Realwirtschaft profitieren. „Das sind vor allem zyklische Aktien der Branchen Konsum, Luxusgüter und Automobil.“

Attraktives Asien

Regional interessant sei das aus Investorensicht lange vernachlässigte Europa, wo es viele solide Unternehmen gebe, die vom Aufschwung profitieren können. Für besonders aussichtsreich hält auch er Aktien aus asiatischen Schwellenländern. „Hierfür spricht das erwartete Gewinnwachstum pro Aktie, das mit 30 Prozent überdurchschnittlich hoch ausfällt. Dazu kommen vergleichsweise moderate Bewertungen.“ Ein weiterer Katalysator sei der weitere wirtschaftliche Aufschwung in China, wo an den Aktienmärkten zusehends lokale Anleger eine größere Rolle spielen, was sich positiv auswirken sollte.

Langfristig als gutes Investment sieht Rupprechter Technologiewerte, die zuletzt aufgrund ihrer Abhängigkeit von der Zinsprognose stark schwankten. „Wir favorisieren neben den USA auch Japan, das weltweit zu den Ländern mit den höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung zählt“. VN-reh