Liebherr bleibt auf Kosten sitzen

Markt / 12.04.2021 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rund 120 Liebherr-Mitarbeiter konnten nicht zur Arbeit kommen. vn
Rund 120 Liebherr-Mitarbeiter konnten nicht zur Arbeit kommen. vn

Während Ortsteil-Quarantäne konnten 120 Mitarbeiter nicht zur Arbeit. Antrag auf Ersatz abgelehnt.

Nenzing Das Land Vorarlberg hat die beiden Ortsteile Nenzing-Dorf und Beschling vom 22. März bis zum 3. April 2020 unter behördliche Quarantäne gestellt. Bis auf wenige Ausnahmen durfte niemand diese Ortsteile verlassen. Das galt auch für rund 120 dort wohnhafte Mitarbeiter des Liebherr-Werks in Nenzing, die nicht zur Arbeit erscheinen konnten, aber weiterhin Lohn oder Gehalt bezogen haben. Das entspricht rund acht Prozent der Belegschaft.

Die entstandenen Kosten für das nicht zur Arbeit erschienene Personal während der Quarantäne muss Liebherr nun allerdings selbst tragen. Eine Entschädigung gemäß Epidemiegesetz gibt es nicht. Solche Fälle kennt man normalerweise aus der Hotel- und Gastronomiebranche, weniger jedoch aus der Vorarlberger Industrie.

Pressesprecher Wolfgang Pfister erklärt, dass man bei der BH Bludenz einen Antrag auf Entschädigung gemäß Epidemiegesetz in Höhe von rund 100.000 Euro gestellt habe. Damit wollte man die Personalkosten für die Mitarbeiter ersetzt bekommen. Im Gegensatz zu positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen oder K1-Personen waren diese Mitarbeiter nämlich nicht per individuellem Bescheid abgesondert. „Der Antrag wurde von der BH Bludenz jedoch mit dem Hinweis abgelehnt, dass das Epidemiegesetz in diesem Fall nicht greift. Es wurde stattdessen auf das Covid-19-Maßnahmengesetz verwiesen.“ Dieses Gesetz kennt bekanntlich keine vergleichbaren Entschädigungsleistungen. „Damit war die Sache für uns erledigt. Wir werden diese Kosten jetzt wohl selbst tragen müssen“, so Pfister.

Zumindest Zufahrt möglich

Glück im Unglück bei der Ortsteil-Quarantäne sei wenigstens gewesen, dass die Zufahrt zum Werk fast ungehindert möglich gewesen sei. Denn das Werk befindet sich nicht in einem der beiden betroffenen Ortsteile, so Pfister. „Damit konnte zumindest der Betrieb mit Einschränkungen weiterlaufen.“