Wie nachhaltig ist der Bitcoin-Hype?

Markt / 16.04.2021 • 18:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie nachhaltig ist der Bitcoin-Hype?

Rankweil Am vergangenen Mittwoch wagte mit Coinbase die größte amerikanische Handelsplattform für Kryptowährungen, wie beispielsweise Bitcoin, den Sprung auf das Börsenparkett. Das Unternehmen konnte am ersten Handelstag kurzzeitig eine Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden USD erreichen, ehe der Kurs und daher auch die Marktkapitalisierung von Coinbase im Verlauf des ersten Handelstages nachgaben. Im Vergleich dazu beläuft sich die Marktkapitalisierung des Börsenunternehmens Nasdaq derzeit auf circa 26 Milliarden USD. Die große globale Aufmerksamkeit im Vorfeld des Krypto IPOs ist ein weiteres Indiz dafür, dass digitale Währungen in den letzten Jahren viele Fans gewinnen konnten und deren Akzeptanz sich deutlich erhöht hat. Diese gestiegene Zustimmung lässt sich beispielsweise auch dadurch erkennen, dass jüngst ein führender Zahlungsdienstleister Bitcoin als Zahlungsmittel in den USA erlaubt hat.

Gleichzeitig werden jedoch immer häufiger kritische Stimmen laut. In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit im Rahmen der Veranlagung immer größere Bedeutung gewinnt, stehen digitale Währungen wie Bitcoin stark im Kontrast zu diesem Trend. Der Grund dafür liegt im verheerenden ökologischen Fußabdruck, welcher von Bitcoin ausgeht. Während sich in den Anfangsphasen Bitcoins noch zu Hause schürfen ließen, werden heute auf Grund der komplexen Aufgabenstellung riesige stromintensive Rechenzentren benötigt, um neue Bitcoins zu generieren. Schätzungen zu Folge werden dabei rund 70 % aller neuen Bitcoins in China, wo billige Kohle einen hohen Anteil an der Stromerzeugung ausmacht, geschürft. Neben des stromintensiven Herstellungsprozesses besitzt auch eine Bitcoin-Transaktion einen hohen Stromverbrauch. So verbraucht eine Bitcoin-Transaktion beispielsweise mehr als viermal so viel Strom wie 100.000 Visa Transaktionen. Folglich ist es auch nicht verwunderlich, dass, gemäß Berechnungen des Cambridge Center for Alternative Finance, der jährliche Stromverbrauch von Bitcoin jenen vom 217 Millionen Einwohnerland Pakistan übersteigt.

Aus diesen Gesichtspunkten lässt sich eindeutig feststellen, dass der Hype um Bitcoin nicht nachhaltig ist. Investoren, welche nachhaltige Faktoren bei der Veranlagung berücksichtigen, sollten sich daher vor einem Investment genau mit dem jeweiligen Finanzprodukt auseinandersetzen.

benjamin.meier@vvb.at,

Benjamin Meier, Vermögensverwaltung Volksbank Vorarlberg