Egger Bier ist mit alten Tugenden am Puls der Zeit

Markt / 18.04.2021 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Egger Bier ist mit alten Tugenden am Puls der Zeit
Die Geschäftsführer Lukas Dorner und Hubert Berkmann präsentierten mehrere neue Produkte und einen neuen Auftritt. Fotos: FA/MARKUS GMEINER

Brauerei Egg begegnet Krise mit Investitionen in den Betrieb und neuen Produkten.

Egg In der Brauerei Egg, der kleinsten der „großen“ Vorarlberger Brauereien, herrscht Aufbruchsstimmung. Die auch für die Wälder schwierige Coronazeit hat den Plänen und Vorhaben des Familienunternehmens, das seit 1894 vornehmlich die Wälder Gastronomie und die privaten Biertrinker mit dem Hopfensaft versorgt, hat neue Produkte im Sortiment und will auch den Betrieb auf neuesten Stand bringen. Ebenfalls geschärft wird das Marketing, etwa mit einer neuen Zeitung, die den passenden Titel „Süffig“ trägt, mit einer neuen Homepage und ebensolchen Etiketten. Auch neue Produkte werden zeitnah am Markt plaziert. „In unser neues Kellerbier setzen wir große Hoffnungen“, sagen die Geschäftsführer Lukas Dorner und Hubert Berkmann, auch bei der Limonade gibt es mit „ACE gespritzt“ ein neues Produkt.

Starkes Plus

Vom Virus will man sich heuer auf jeden Fall nicht unterkriegen lassen, das machen die beiden Geschäftsführer im Gespräch mit den VN klar. Sie haben auch allen Grund dazu. „Wir konnten unseren Umsatz im Handel um 20 Prozent steigern“, so Dorner. Und das in einem weitestgehend gesättigten Markt. Neben der verstärkten Nachfrage im Lebensmittelhandel ist das dem Rampenverkauf geschuldet. Überhaupt den 35 Mitarbeitern und Hannes und Walter an der Rampe, die von den Kunden auch für ihren „guten Schmäh“ geschätzt werden, und allen anderen, die auch in der Zeit der Kurzarbeit, die in Egg wie in den meisten anderen Brauereien Österreichs notwendig war, mit ganzer Kraft für ihren Betrieb gearbeitet haben. Aber nicht nur im Handel haben die Egger Brauer Erfolge zu verzeichnen, sie konnten auch in der Gastronomie „ghörige Kaliber“ als neue Kunden aquierieren. Apropos Kaliber: Obwohl sich Egger Bier als regionaler Betrieb mit regionaler Vertriebsgebiet sieht, wird auch nach Wien geliefert. Eines der besten Restaurants Österreichs, das Mraz und Sohn in Wien (Zwei Michelinsterne, vier Gault-Millau-Hauben), hat das Bier nach einem überzeugenden Tasting im Bregenzerwald auf die Getränkekarte gesetzt. „Das macht uns sehr stolz“, freut sich Berkmann. Groß ausrollen will man das Geschäft nicht, aber auch erfolgreiche Bregenzerwälder Wirte in Wien, wie Luke Bereuter, haben das Wälder-Bier im Angebot.

“Viele kleine Feste”

Weniger Geschäft erwartet sich die Brauerei in der heurigen Festsaison. Die großen Zeltfeste finden nicht statt, da müsse man noch abwarten, aber was es geben werde, seien viele kleinere Events. „Das wird extrem zunehmen“, schließt Dorner aus Gesprächen mit Kunden und Konsumenten. Und die nächste Wintersaison ist nach dem Totalausfall im heurigen Jahr auch fix eingeplant. Im Betrieb selbst werden die Wasseraufbereitung ebenso wie die Kühlung auf neuesten Stand gebracht. Da habe man auch die Investitionsprämie des Bundes in Anspruch genommen.

„Corona hat Bewusstsein geschaffen für Regionalität, das kommt uns sehr entgegen.“

Lukas Dorner, Geschäftsführer Brauerei Egg

Regionalität bleibt im Fokus. Auch bei Handelsprodukten, z. B. Weizenbier, werde man die Regionalisierung forcieren, ansonsten setze man auf das, was man schon immer gemacht habe, “handwerkliches, erstklassiges Bier“, das seit Kurzem Braumeister Dominik Lissek herstellt, der mit Novitäten wie Indian Pale Ale (IPA) und Kellerbier sein Können zeigt.

Die Brauerei Egg versteht sich seit der Gründung als Handwerksbrauerei. Das schätzen auch immer mehr Kunden im Handel. <span class="copyright">Fotos: FA/Markus Gmeiner</span>
Die Brauerei Egg versteht sich seit der Gründung als Handwerksbrauerei. Das schätzen auch immer mehr Kunden im Handel. Fotos: FA/Markus Gmeiner