Weniger Erträge, Bilanzsumme gesteigert

Markt / 28.04.2021 • 19:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Raiffeisen Landesbank steigerte wie die gesamte Gruppe das Ergebnis.
Die Raiffeisen Landesbank steigerte wie die gesamte Gruppe das Ergebnis.

Raiffeisen Vorarlberg mit einem Viertel weniger Gewinn, aber Zuwächsen in allen Bereichen.

BREGENZ Wie nicht anders zu erwarten, war das vergangene Geschäftsjahr auch für die Vorarlberger Raiffeisenbanken ein durchwachsenes. So konnte die Genossenschaftsbank zwar mehr Spareinlagen, mehr Kreditvergaben, eine gestiegene Bilanzsumme und eine wiederum verbesserte Kapitalquote erwirtschaften, allerdings mussten auch die Genossenschaftsbanker heuer beim Ertrag einen kräftigen Rückgang verzeichnen. Insgesamt aber sei man zufrieden, bezeichnet 2020 als wirtschaftlich sehr gutes Jahr. Durch die Unterstützungsprogramme der Politik für die heimische Wirtschaft waren die Genossenschaftsbanken selbst bisher nicht von der Pandemie betroffen. Wilfried Hopfner, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg, betont angesichts der immer noch unsicheren Perspektive: „All unseren Kunden sichern wir auch in diesen Zeiten unsere Partnerschaft zu.“

Mehr Einlagen, mehr Kredite

Die Bilanzsumme der Bankengruppe in Vorarlberg wuchs 2020 um 9,3 Prozent auf 13,709 Mrd. Euro. Die Einlagen stiegen um 2,7 Prozent, die Kredite sogar um 5,1 Prozent. Darin beinhaltet sind auch Überbrückungskredite aus staatlichen Förderprogrammen in Höhe von 45,5 Mill. Euro. Während die Erträge gesteigert werden konnten, schafften es die Vorarlberger Raiffeisenbanken im Coronajahr auch noch, die eigenen Betriebsaufwendungen leicht zu senken. „Ein nachhaltiges Geschäftsmodell, eine solide Haushaltsführung sowie engagierte Mitarbeitende waren für das erfreuliche Ergebnis ausschlaggebend“, fasst Hopfner zusammen und vergisst auch nicht, sich bei den Kunden für ihre Treue auch in schwieriger Zeit zu bedanken.

Wann die Corona-Pandemie besiegt sei und die Wirtschaft in Vorarlberg wieder nachhaltig Fahrt aufnehmen könne, sei aktuell allerdings schwer vorhersehbar, stellt der Vorstandsvorsitzende der Bank fest. Entsprechend seien bei allen Banken die vorsorglichen Risikokosten gestiegen – denn auch bei Raiffeisen ließ dies das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 27,7 Prozent auf 59,8 Millionen Euro sinken. Dafür konnte die Gesamtkapitalquote der Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg im gleichen Zeitraum auf 17,4 Prozent gesteigert werden. Erfolgreich war auch das Spitzeninstitut der Raiffeisenbanken, die Raiffeisen Landesbank. Sie konnte 2020 ihre Bilanzsumme um 9,3 Prozent auf 7,017 Mrd. Euro steigern. Doch auch bei ihr sank das EGT und zwar auf 12,3 Mill. Euro. Die Kernkapitalquote stieg im vergangenen Jahr auf 15,7 Prozent. „Die Raiffeisenlandesbank Vorarlberg bleibt damit weiterhin eine stark kapitalisierte Bank, deren Triple-A-gerateter Deckungsstock zu den besten Österreichs zählt“, betont Vorstand Jürgen Kessler.

Insgesamt wurde im vergangenen Jahr bei rund 5000 Konten Stundungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von etwa 62 Mill. Euro vorgenommen. 80 Prozent der Stundungen, so Hopfner, gewährte Raiffeisen nicht aufgrund gesetzlicher Verpflichtung, sondern völlig freiwillig.

Positive Erwartungen

Das Bekenntnis der Vorarlberger zu den Regionalbanken ist in den vergangenen Monaten erneut gestiegen. „Wir waren und sind immer für die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger erreichbar – persönlich und digital“, so Wilfried Hopfner. „Die Menschen selbst zeigen uns die Aktualität des Geschäftsmodells von Raiffeisen.“ Auch deshalb sei der Vorstand für die Zukunft optimistisch und erwarte für die Raiffeisenbanken und die Wirtschaft insgesamt eine positive Entwicklung: „Wir sind wirtschaftlich gewachsen und stark aufgestellt. Daher sind wir sicher, auch künftig – sei es bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie oder bei der absehbar notwendigen Wachstumsfinanzierung – ‚der‘ verlässliche und faire Partner sein zu können.“ VN-sca

Der Vorstand der Raiffeisenlandesbank, v.l.: Michael Alge, Wilfried Hopfner und Jürgen Kessler, ist mit dem Ergebnis des vergangenen Jahres zufrieden. RLB
Der Vorstand der Raiffeisenlandesbank, v.l.: Michael Alge, Wilfried Hopfner und Jürgen Kessler, ist mit dem Ergebnis des vergangenen Jahres zufrieden. RLB

RAIFFEISEN BILANZ 2020

Bilanzsumme 13,709 Mrd. Euro (+9,3 Prozent)

Forderung an Kunden 9,244 Mrd. Euro (+5,1 Prozent)

Verwaltetes Kundenvermögen 11,747 Mrd. Euro (+ 5 Prozent)

EGT 59,8 Mill. Euro (-27,7 Prozent)

Mitarbeiter 1603 (+5,6 Prozent)

Gesamtkapitalquote 17,4 Prozent

Vorstand Wilfried Hopfner (Vorsitzender), Jürgen Kessler, Michael Alge