„Inflationssorgen nicht gerechtfertigt“

Markt / 04.07.2021 • 19:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Impfungen unterstützen wirtschaft­liche Erholung.

Frankfurt EZB-Direktorin Isabel Schnabel hält trotz Chancen für kräftigere Wachstumsraten im Euro-Raum nach der Pandemie die derzeitigen Inflationssorgen für nicht gerechtfertigt. „Selbst in diesem Umfeld sind Befürchtungen einer zu hohen Inflation unbegründet“, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank (EZB). Auch im günstigsten Szenario werde die Teuerung in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich klar unter den Niveaus bleiben, die die Preisstabilität in den siebziger und achtziger Jahren bedrohten. In ihrer Rede wies die deutsche Ökonomin aber darauf hin, dass der wachsende Anteil der Geimpften in der Bevölkerung die wirtschaftliche Erholung unterstützt. Daher gebe es Chancen, dass die Inflation im Euro-Raum wieder näher an die mittelfristige Zielmarke der Notenbank heranrücke, sagte sie.

Vorsichtiger Optimismus

Die EZB strebt knapp unter zwei Prozent Inflation im Euro-Raum an, hat dieses Ziel aber in den vergangenen Jahren zumeist etwas verfehlt. Im Juni lag die Inflation bei 1,9 Prozent, nach 2,0 Prozent im Mai. Viele Ökonomen rechnen damit, dass die Preise in der zweiten Jahreshälfte weiter anziehen. Die Volkswirte der EZB erwarten für das laufende Jahr eine Teuerungsrate von durchschnittlich 1,9 Prozent. Aus ihrer Sicht ist der Anstieg der Lebenshaltungskosten, der zuletzt vor allem energiepreisgetrieben war, aber nicht nachhaltig. Für 2022 sehen ihre Projektionen wieder eine geringere Inflation von 1,5 Prozent.

„Selbst bei kräftigen Wachstumsphasen wird es keine größere Inflation geben.“