“Wir holen den Wald in die Stadt”

Markt / 06.07.2021 • 22:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hausherrin Tamara Riedmann mit (v. l.) Matthias Ammann, Raiffeisen-Chef Hopfner und Holzbaukunst-Obmann Flatz.VN/sca
Hausherrin Tamara Riedmann mit (v. l.) Matthias Ammann, Raiffeisen-Chef Hopfner und Holzbaukunst-Obmann Flatz.VN/sca

137 Objekte zum Vorarlberger Holzbaupreis eingereicht. “Gesundes Bauen” im Fokus.

Schwarzenberg Familie Riedmann in Schwarzenberg fühlt sich in ihrem Haus rundum wohl. Denn rundum ist sie von Vorarlberger Weißtanne umgeben, die aus Bregenzerwälder Wäldern stammt und von Handwerkern aus der Region bearbeitet wurde. Mit dem von Jürgen Haller geplanten Haus hat sich die Familie ihr Traumhaus verwirklicht, wie Hausherrin Tamara Riedmann bei einer Führung durch das Haus eindrücklich zeigt. Der richtige Ort also, um den diesjährigen Holzbaupreis, der im September im Angelika-Kauffmann-Saal, ebenfalls in Schwarzenberg, vergeben wird. Das Motto des heurigen Preises, so Vorarlberger Holzbaukunst-Obmann Werner Flatz, bei der Vorab­information zum Preis, der weit über die Landesgrenze Beachtung findet, ist „Gesund bauen“ und das in mehrerlei Hinsicht.

Existenzielle Bedeutung“

„Wir wollen aufmerksam machen, welch existenzielle Bedeutung der Wald und das Holz für unsere Region und unsere Gesundheit haben“, so Flatz und weist auf die entscheidende Rolle von Holz als Baustoff im Kampf gegen den Klimawandel hin, auf die Erholungsräume, die der Wald bietet, die „nachwachsende Energiequelle“ und die Behaglichkeit und Ruhe, die ein Holzhaus ausstrahle. „Mit unseren Holzbauten holen wir den Wald in die Gemeinden und Städte“, so Flatz.

„Chancen weiter nutzen“

Der wichtigste Partner der Holzbaukunst und des Preises, Raiffeisen Landesbank-Vorstandschef Wilfried Hopfner, betont zudem die regionale Wertschöpfung, die mit Holz erzielt werden kann durch das Zusammenspiel von Forstwirtschaft, Architektur, den Holzbaubetrieben und den Kunden. „Wir sind in Vorarlberg Holzpioniere, weil die Menschen bei uns zusammenarbeiten – das ist notwendig, damit wir die Chancen von Holz weiterhin nutzen können.“ Damit liefert er auch das Stichwort zur Causa Prima in der Branche, des derzeitigen Holzengpasses. In Vorarlberg allerdings, betont Holzbaukunst-Geschäftsführer Matthias Amann, funktioniere diese Zusammenarbeit, das Problem seien die industriellen Weiterverarbeiter.

Dem Wettbewerb tat das keinen Abbruch. 137 Projekte wurden eingereicht, die internationale Jury tat sich schwer bei der Entscheidung. Die meisten Einreichungen gab es heuer bei der Sanierung bzw. Anbauten und Aufstockungen (26) sowie bei Gewerbe- und Landwirtschaftsbauten (28). Auf Kritik stößt die Zurückhaltung der öffentlichen Hand. „Leider ist der Holzbau ausgerechnet bei den öffentlichen Bauten eher Mangelware. Es ist  bedauerlich, dass gerade jetzt, wo der Holzbau für den Klimaschutz so wichtig wird, immer mehr Architekten und Gemeinden den Holzbau beiseite lassen und sich sogar bei Kindergärten und Schulbauten für Beton entscheiden“, so Jurorin Dominique Gauzin-Müller. VN-sca

Holzbau in Vorarlberg

137 Gebäude wurden zum Holzbaupreis eingereicht, die meisten in in Gewerbe und Landwirtschaft

 

100 Zimmer-Meisterbetriebe (Kammermitglieder rd. 130) sind in Vorarlberg aktiv.

 

15 Prozent beträgt derzeit der Anteil von Holzgebäuden am Baugeschehen in unserem Bundesland.