ÖBB-Chef: “Verkehr ist viel zu billig”

Markt / 18.07.2021 • 18:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
ÖBB-Chef Andreas Matthä fordert „Kostenwahrheit“. apa
ÖBB-Chef Andreas Matthä fordert „Kostenwahrheit“. apa

Matthä will CO2-Bepreisung im Straßentransit von 250 Euro je Tonne.

Wien ÖBB-Chef Andreas Matthä spricht sich für eine “Kostenwahrheit” im Gütertransport zwischen Bahn und Straße aus, um “faire Wettbewerbsbedingungen” herzustellen. “Ein guter Hebel dazu ist die CO2-Bepreisung.” Derzeit kostet eine Tonne 50 Euro, die Europäische Investitionsbank will 2030 dann 250 Euro. Damit geht er konform: “Das ist ein guter Wert, der tatsächlich auch Verlagerungseffekte erzeugt”, so Matthä gegenüber Ö1. “Verkehr ist heute viel zu billig”, so der ÖBB-Chef. Im gesamten Produktionsprozess würden Logistikkosten nicht mehr kalkuliert. “Es braucht Fairness zwischen den Verkehrsträgern, die Umweltaspekte mit berücksichtigt”.

Im EU-Klimapaket “Fit for 55” ist auch für den Verkehr eine CO2-Bepreisung geplant. Dass Treibstoffe dadurch teurer werden dürften – die Rede ist von 12 bis 13 Cent mehr je Liter, müsse sozial abgefedert werden, was die EU auch angekündigt habe, so Matthä. Derzeit werden die Verschmutzungszertifikate nur in der Industrie angewandt.

Doppelte Kapazitäten

Dass die Infrastruktur der Bahn womöglich gar nicht ausreichen würde, um die Kapazitäten deutlich zu steigern, stellt Matthä in Abrede. Bis 2040 die Kapazitäten zu verdoppeln, sei möglich. Die Schieneninfrastruktur werde ausgebaut und es kämen künftig verstärkt Doppelstockzüge zum Einsatz.