Wie Dornbirner Batterien für Retro-Bike-Power sorgen

Markt / 27.07.2021 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie Dornbirner Batterien für Retro-Bike-Power sorgen
RGNT Motorcycles Scrambler mit Batterien von e.battery systems. viggolundberg.com

Dornbirner Firma fertigt für 30 Millionen Euro Batterien für schwedisches E-Motorrad.

Dornbirn, Kungsbacka Die Elektrifizierung der Mobilität sorgt auch in Vorarlberg für starke Wirtschaftsimpulse und damit zusammenhängend auch für Bewegung am Arbeitsmarkt. Jetzt konnte die erst 2017 als Profitcenter der Firma AKKU Mäser gegründete e.battery systems GmbH einen 30-Millionen-Euro-Auftrag an Land ziehen. Die 2019 in eine eigene GmbH überführte Mäser Spin-off wird in den kommenden Jahren mindestens 10.000 Batterien für die stylischen Elektro-Motorräder des schwedischen Herstellers RGNT fertigen.

E-Motorrad-Pionier

RGNT Motorcycles gehört zu den Elektromotorrad-Pionieren. Die Firma ist im Wesentlichen gleich alt wie der nunmehrige Dornbirner Zulieferer und wurde im Dezember 2018 von Jonathan Aström gegründet. Den ersten Prototypen stellte RGNT im Mai 2019 vor – zu einer Zeit, als große Marken noch kaum Elektromotorräder im Programm hatten. Das im Retro-Design gehaltene Motorrad fand denn auch bei aufgeschlossenen Zweirad-Piloten und der Fachpresse sofort ein großes Echo.

Genau ein Jahr nach der Präsentation wandte sich der schwedische Hersteller an das Dornbirner Unternehmen, um die Batterie des Prototyps für die Serienfertigung weiterzuentwickeln – mit herausfordernden Vorgaben: kostengünstige Produktion, minimales Gewicht bei hoher Leistung, Kapazität und höchsten Sicherheitsstandards. Um die Produktionskosten zu senken, kommen neben einigen kundenspezifisch entwickelten Teilen vor allem Standard-Bauelemente zum Einsatz.

„Uns war wichtig, dass der Motorrad-Akku einfach und mit wenig Handgriffen produziert werden kann. Wir haben viele Schritte automatisiert, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben“, berichtet Projektleiter Christoph Pürmair von e.battery systems. Verbesserungen gab es auch im Bereich der Sicherheit, etwa durch den Einsatz nicht brennbarer Halterungen für die Akkuzellen. Mit den Herstellern der Zellen, der Elektronik und anderer Bauteile schloss e.battery systems langfristige Verträge, um die geforderte Liefersicherheit zu garantieren. Die Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 7,7 Kilowattstunden verschafft dem RGNT No. 1 getauften Modell eine Reichweite bis zu 120 Kilometer. Das Gewicht der Batterie liegt bei lediglich 60 Kilogramm. Sie liefert eine Spitzenleistung von 11.000 Watt. Die Höchstgeschwindigkeit des E-Motorrads liegt bei 120 km/h.

Höhere Stückzahlen

„Angesichts der hohen Wachstumsraten bei Elektro-Motorrädern sind auch deutlich höhere Stückzahlen möglich“, ist Christopher Schöpf, Gründer und Geschäftsführer von e.battery systems, überzeugt. Gefertigt werden die Batterien zunächst am Standort in Dornbirn-Schwefel. Die Zahl der Mitarbeitenden soll bereits in den kommenden Monaten von 30 auf 60 verdoppelt werden, heißt es aus dem Unternehmen. e.battery systems entwickelt und fertigt kundenspezifische Batterien für Elektrofahrzeuge, Baumaschinen und Industrieanlagen sowie Energiespeicher für Industrie und Gewerbe.

Probefahrt in Dornbirn

Aus Anlass der Kooperation mit dem Vorarlberger Batteriespezialisten hat RGNT einen Stopp seiner Motorcycles European Tour in Dornbirn eingeplant. Am 4. August können die Elektromotorräder am Firmensitz von Akku Mäser von 9 bis 17 Uhr erstmals in Vorarlberg besichtigt und Probe gefahren werden. Terminvereinbarungen sind online möglich.

e.battery systems

Gesellschafter GF Christopher Schöpf (45,9506 %), weitere Gesellschafter Christian Schlögl Controls UG, Deutschland (Anteil: 15 %) FT AG (Anteil: 10,4578 %) Norbert Mäser (10 %), BHT GmbH, Markus Feurstein, Michael Leitner, Martin Rauch, Günter Schöch Bernhard Ölz (je 2,905 %), Nincic Sascha Österle (1,1619 %)

Umsatz 2020 1,2 Millionen Euro