In welche Falle Sumsi und Mike tappen

Markt / 29.10.2021 • 07:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In welche Falle Sumsi und Mike tappen
Der verantwortungsvolle Umgang mit Geld ist Ziel des Weltspartags. Das wird von den Banken (im Bild: Volksbank Rankweil) unterstützt.  VN/Paulitsch

Das Sparbuch verliert weiter an Attraktivität, die Spargesinnung bleibt aber hoch.

Schwarzach, Dornbirn, Rankweil Heute ist Weltspartag, ein Tag, der zwar auch von Erwachsenen begangen werden kann, aber eigentlich den Sinn hat, Kinder zum Sparen und Vorsorgen zu erziehen. Doch die Vorbilder Sumsi (Raiba), Mike (Volksbank) und Sparefroh (Sparkassen) befinden sich in der Zinsenfalle. Das Sparbuch als erster Schritt zur Finanzerziehung und -bildung, hat seine Bedeutung verloren. Zumindest fast, „denn einen Notgroschen sollte man sich auch heute auf die Seite legen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Vorarlberg, Gerhard Hamel.

Erzieherische Wirkung

Dass Kinder sparen und Geld ins Kässele werfen, sei nach wie vor wichtig und werde auch unterstützt, deshalb gebe es auch noch ein kleines Geschenk der Bank, wenn der Nachwuchs am Weltspartag vorbeikommt. Dabei geht es um die erzieherische Wirkung. Doch um den Kindern eine finanzielle Basis für das weitere Leben zu schaffen, müssen schon die Eltern in Vorlage treten. „Ich rate zu Fondssparen und dabei zu nachhaltigen Fonds.“ Denn es liege auch in der Verantwortung jedes einzelnen, in welche Unternehmen und Projekte Geld fließe.“ Darauf, so Hamel, achten im Land immer mehr Menschen.

Nachhaltig investieren

Genau das wird auch von einer Studie bestätigt, welche die Vorarlberger Sparkassen am Donnerstag veröffentlichten. Laut Studie achten bereits 84 Prozent der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger beim Kauf von Konsumgütern und Produkten des täglichen Bedarfs auf Nachhaltigkeit. Diese Entwicklung macht auch beim Thema „Investieren“ nicht halt. So geben zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) an, von nachhaltigen Investments bereits gehört zu haben. Fast die Hälfte (45 Prozent) kann sich vorstellen, „grün“ zu investieren. Konkret besitzen aber nur acht Prozent in Vorarlberg tatsächlich nachhaltige Investments. Dennoch führt das Sparbuch weiterhin das Ranking der beliebtesten Anlageformen an, wenn auch mit schwindender Bedeutung. „Sparende erkennen, dass das Geld auf dem Sparbuch im derzeitigen Niedrigzinsumfeld und mit der aktuellen Inflationsrate weniger wird“, so der Sprecher der Vorarlberger Sparkassen, Martin Jäger. 

„Dass Kinder sparen und Geld ins Kässele werfen, ist nach wie vor wichtig.“

Gerhard Hamel, Vorstandsvorsitzender Volksbank Vorarlberg

Trotz schwierigem Umfeld – was Corona ebenso betrifft wie die Zinsen – legen Vorarlberger heuer mit 338 Euro pro Monat (2020: 260 Euro) so viel zur Seite wie noch nie. Das hat das Marktforschungsinstitut IMAS im Auftrag der Sparkassen herausgefunden. Auch die AK meldet sich zum Weltspartag zu Wort, sie mahnt bei Fonds, die sie nicht verteufelt zur Vorsicht. „Die Gebühren, die beim Fondssparen anfallen, sind teils erheblich.“

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