Wie sich der Export nach Corona entwickelt

Markt / 09.11.2021 • 02:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie sich der Export nach Corona entwickelt
Michael Otter, Hans Peter Metzler und Michael Scherz bei der Pressekonferenz zur Eröffnung des 6. Vorarlberger Exporttags.  FA/D. Mauche

Vorarlberger Exporttag: 200 Firmen sondieren Chancen für globale Märkte.

FELDKIRCH Das Corona-Jahr 2020 sorgte auch in der erfolgsverwöhnten Vorarlberger Exportwirtschaft für einen Dämpfer. Um 2,6 Prozent ging der Außenhandel zurück. Umso rasanter holt die Wirtschaft nun auf. Österreichweit rechnet der Leiter der Außenwirtschaft Austria, Michael Otter, mit einem „All-Time-High“. Auch in Vorarlberg soll, so die Prognose, heuer ein neuer Exportrekord erzielt werden.

Export entscheidend

Nach dem Aussetzer vergangenen Jahres fand am Montag die sechste Auflage des Vorarlberger Exporttags statt. Im Feldkircher Montforthaus fanden sich die Wirtschaftsdelegierten aus über 20 Ländern ein und tauschten sich mit rund 200 exportorientierten Unternehmern aus. Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler: „Für Vorarlberg ist der Außenhandel von entscheidender Bedeutung: Sechs von zehn Euro unseres Bruttoinlandsprodukts werden im Außenhandel generiert.“

Tatsächlich exportierte die Vorarlberger Wirtschaft 2020 weltweit in über 100 verschiedene Länder und erwirtschaftete 2020 rund 10,4 Milliarden Euro Umsatz. Um die Exportwirtschaft im Land weiterhin stark aufzustellen, nahmen interessierte Unternehmen und Start-ups am Exporttag der WKV an Workshops teil, führten Gespräche mit den Wirtschaftsdelegierten und befassten sich mit Themen wie Transport, Nachhaltigkeit und Finanzierung.

„Wir brauchen mehr Welthandel mit fairen Regeln und Rahmenabkommen.“

Michael Otter, Leiter Außenwirtschaft Austria

Obwohl die Pandemie den Handel immer noch stark einschränkt, sei die Wirtschaftsstimmung laut Otter überraschend gut: „Heuer wird ein Rekordjahr.“ Bis Ende 2021 rechnet er mit einem nationalen Exportumsatz von 162 Milliarden Euro, 8 Milliarden über der bisherigen Allzeit-Bestmarke von 2019. Der Vorarlberger Export sei ebenfalls auf Rekordkurs, er und Metzler prognostizieren ein Plus von rund acht Prozent.

Die starken Werte wurden dabei trotz anhaltenden Herausforderungen wie dem Unterbruch der internationalen Lieferketten, dem Klimawandel oder dem Rohstoff- und Fachkräftemangel erzielt. Große Chancen sehen Otter und Metzler im Bereich „Green Technology“, auf den man fokussiere, z. B. mit einer gestern gestarteten Aktionswoche #GreenTechAustria, mit der sich Österreich weltweit in allen Außenhandelsstellen als GreenTech Leader und Ermöglicher im Bereich Klimaschutz präsentiert.

Fokus Deutschland

Michael Scherz, Wirtschaftsdelegierter in Berlin, berichtet von ähnlichen Entwicklungen in Deutschland: „Trotz starkem Wachstum beschäftigen wir uns ebenfalls mit Themen wie Klimadebatte und Digitalisierung.“ Als größter Handelspartner nimmt Deutschland für den Vorarlberger Export eine besondere Rolle ein. Vergangenes Jahr wurden Waren im Wert von 2,9 Milliarden Euro ins Nachbarland exportiert, was einem Anteil von 28 Prozent des gesamten Exportvolumens entspricht. So habe sich der Vorarlberger Holzbau in ganz Deutschland etabliert. Der Aspekt der Nachhaltigkeit verspreche dem Rohstoff und somit dem ganzen Land eine blendende Zukunft.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.