Arbeitsmarkt auf Vorkrisenniveau

Markt / 03.01.2022 • 22:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bereuter: „Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen ist leider wieder angestiegen.“
Bereuter: „Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen ist leider wieder angestiegen.“

10.170 Menschen in Vorarlberg arbeitslos gemeldet – leichter Anstieg zum Vormonat.

BREGENZ Nein, es ist noch nicht alles so, wie es sein sollte. Corona rüttelt mit der nächste Variante heftig an der Tür, und es gibt weiterhin Branchen, die nicht so agieren können, wie sie wollen. Was sich natürlich auch auf den Arbeitsmarkt auswirkt. Trotzdem hat sich der Vorarlberger Arbeitsmarkt wieder „auf Vorkrisenniveau eingependelt“, stellt der Geschäftsführer des Arbeitsmarktservice Vorarlberg, Bernhard Bereuter, fest. „Mit einer Arbeitslosenquote von aktuell 5,6 Prozent haben wir beinahe das Vorkrisenniveau von 5,5 Prozent von Dezember 2019 erreicht“ hält Bereuter fest. „Ausschlaggebend dafür war, dass die touristische Wintersaison gestartet werden konnte. Die Zahl der Vorgemerkten im Bereich der Hotel-, Gaststätten- und Küchenberufe hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2220 Personen auf 718 vorgemerkte Arbeitslose reduziert. Das entspricht einem Rückgang von knapp 76 Prozent“, informiert der AMS-Chef.

Doch die Coronaregeln der vergangenen Monate sorgten in einem sonst durchwegs guten arbeitsmarktpolitischen Jahr für einen leichten Rückschlag. „Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen ist im Vergleich zum November 2021 zum Jahresende wieder angestiegen. Mit 2543 Personen, die bereits über ein Jahr Arbeit suchen, liegen wir um 55 Prozent über dem Niveau von Dezember 2019“, analysiert Bereuter die Auswirkungen der Einschränkungen für den Arbeitsmarkt. „Von den Einschränkungen sind immer jene Personen am stärksten betroffen, welche die größten Schwierigkeiten bei der Integration in den Arbeitsmarkt haben. Das sind gesundheitlich belastete, ältere, geringqualifizierte und langzeitarbeitslose Personen“, so Bereuter. Das AMS wird daher seine arbeitsmarktpolitischen Angebote für 2022 verstärkt auf diese am Arbeitsmarkt benachteiligten Personengruppen ausrichten.

Minus 35,2 Prozent

Zu Jahresbeginn 2022 sind 10.170 Personen beim AMS Vorarlberg arbeitslos vorgemerkt. Dies entsprach einem Rückgang von 5525 Personen oder 35,2 Prozent gegenüber dem Jahreswechsel 2020/21. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 waren am 31. Dezember 2021 235 Personen mehr arbeitslos (2019: 9935 Personen). Österreichweit sank die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen auf 336.276, ein Rückgang von 123.406 Personen oder 26.8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit 4184 offenen Stellen hat sich das Angebot im Vergleich zum Vorjahr (+1515 oder 48,2 Prozent) massiv erhöht. Besonders erfreulich sei die Entwicklung bei den arbeitslosen Jugendlichen bis 25 Jahre gegenüber Dezember 2019. In dieser Gruppe ging die Zahl der Arbeitslosen um 63 junge Menschen auf 1342 (-4,5 Prozent) zurück, freut sich Bereuter. Aktuell gibt es in Summe (sofort verfügbare und nicht sofort verfügbare) 647 offene Lehrstellen im Land. VN-sca

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