Noch weniger Insolvenzen als 2020 in Vorarlberg

Markt / 04.01.2022 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Noch weniger Insolvenzen als 2020 in Vorarlberg
Die Insolvenz des Kaiserstrandhotels in Lochau zählt zu den größten Pleiten im Land. Wie es weitergeht, könnte bereits nächste Woche bei der Tagsatzung entschieden werden. VN

30 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen als 2020 in Vorarlberg.

Schwarzach Vorarlberg ist anders. Während österreichweit die Zahl der Insolvenzen im vergangenen Jahr wieder im Ansteigen ist, hat Vorarlberg im Jahr 2021 noch weniger Insolvenzen zu verzeichnen als im ersten Coronajahr, in dem es aufgrund der Coronaregeln  einen nie dagewesenen Rückgang bei den Pleiten gab. In Vorarlberg meldeten im vergangenen Jahr 51 Firmen Insolvenz an, um 22 weniger als 2020, bilanziert der Gläubigerschutzverband Creditreform.  

Minus 30,1 Prozent

Für Aufsehen sorgte die Pleite des Hotels am Kaiserstrand in Lochau, bei dem die Begleitmusik zwischen Betreiber und Eigentümer eher ruppig und lautstark ist. Und obwohl die bisherige Betreiberfirma RIMC Seehotel am Kaiserstrand Hotel Betriebs GmbH ankündigte zusammen mit einem Partner ein Kaufpreisangebot zu legen, ist den Gläubigerschutzverbänden darüber bislang nichts bekannt. Die Höhe der Verbindlichkeiten wurde bei Anmeldung der Insolvenz mit 3,2 Millionen Euro beziffert. Bei der ersten Tagsatzung am 13.  Jänner 2022 am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz sollte es weitere Informationen geben.  Unter den größten Insolvenzen Österreichs ists gottlob kein Vorarlberger Unternehmen zu finden. Die Insolvenz mit den höchsten Verbindlichkeiten ist jene des niederösterreichischen Immobilienunternehmens Eyemaxx Real Estate mit 165,2 Millionen Euro.

Wieder mehr Insolvenzen

Doch auch wenn die Insolvenzbilanz weiterhin auf niedrigsten Niveau ist, so zeigt sich laut Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer der Creditreform österreichweit eine Tremdumkehr. „Die Zahl der eröffneten Verfahren ist erstmals seit sechs Quartalen um 12,3 Prozent auf über 2000 gestiegen. Betrachtet man allein das vierte Quartal 2021, so zeigt sich, dass die Zahl der eröffneten Verfahren um 174 Prozent angestiegen ist.“  Als Grund für die „Normalisierung“ des Insolvenzgeschehens sieht Creditreform-Geschäftsführer Weinhofer das Auslaufen der Stundungen durch ÖGK und Finanzämter und die vermehrte Antragsstellung auf Insolvenzeröffnung durch diese Institutionen.

Betrachtet man allein das vierte Quartal 2021, so zeigt sich, dass die Zahl der eröffneten Verfahren um 174 Prozent angestiegen ist.

Gerhard Weinhofer, GF Creditreform

Während die Unternehmensinsolvenzen um 30,1 Prozent gegenüber dem Jahr 2021 zurückgegangen sind, ist der Rückgang bei Privatinsolvenzen mit einem Minus von 5,1 Prozent von 374 auf 354 Verfahren im Land deutlich geringer. „Die staatlichen Hilfen und die schnelle Erholung der Wirtschaft ließen die Arbeitslosigkeit und damit die Insolvenzen weiter zurückgehen. Doch seit Herbst gibt es eine Trendumkehr, ausgelöst durch die Reform des Insolvenzrechts und der damit einhergehenden schnelleren Entschuldungsmöglichkeit“, informiert Weinhofer über die Situation bei den Privatinsolvenzen.

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