Starkes Börsenjahr 2021: Wie geht es nun weiter?

Markt / 07.01.2022 • 19:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Starkes Börsenjahr 2021:  Wie geht es nun weiter?

Dornbirn Wer 2021 Aktien bzw. Aktienfonds gehalten hat, war auf der Gewinner-Seite: Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, schlossen die wichtigsten Indizes das zweite Corona-Jahr mit einem mehr oder minder deutlichen Plus ab: Der Dow Jones legte im Jahresverlauf knapp 19 Prozent zu, der S&P-500 machte 2021 rund 27 Prozent gut. Auch in Europa ging es deutlich nach oben: Der Euro-Stoxx-50 beendete das Jahr mit einem starken Plus von 21 Prozent. Deutliche Gewinne verbuchten auch der deutsche DAX (plus 16 Prozent Prozent) und der britische FTSE (plus 15 Prozent). Noch kräftiger nach oben ging es in Wien, der ATX war mit einem Plus von 38 Prozent einer der performancestärksten Indizes in Europa, angetrieben von Werten wie AT&S, Erste Group oder OMV, um nur einige zu nennen.

Etwas schwächer fielen die Gewinne in China aus, der Shanghai Composite legte im abgelaufenen Jahr knapp 5 Prozent zu. Gebremst wurde China unter anderem von temporären Stromengpässen, Produktionsstopps und einer Immobilienkrise in Folge der Zahlungsschwierigkeiten des hochverschuldeten Immo-Konzerns Evergrande. Führende Technologie-Konzerne wie Alibaba oder Tencent verloren nach Unstimmigkeiten mit der Regierung über die Verwendung von Daten stark an Wert. Angetrieben wurden die Weltbörsen von einer Konjunkturerholung nach dem Krisenjahr 2020. Die Geld- und Fiskalpolitik der Notenbanken und Regierungen trug zur Erholung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes wesentlich bei. Gebremst werden viele Branchen von hohen Energiepreisen und Lieferkettenproblemen. Die hohen Energiepreise heizten die Inflation an: So stieg die Teuerungsrate in der Eurozone im November auf 4,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1997. Die starke Nachfrage nach Technologie in Zeiten von Lockdowns und Homeoffice haben den Bedarf nach Chips unerwartet deutlich in die Höhe schnellen lassen. Vor allem der zuletzt wieder anziehenden Auto-Produktion fehlten damit die wichtigen Chips. Trotz voller Auftragsbücher standen die Fließbänder zeitweise still.

Unterm Strich dürfte die Konjunkturerholung im neuen Jahr weitgehen, wenn auch nicht mehr ganz so schnell. So wollen führende Notenbanken das Abbautempo der konjunkturstützenden Wertpapierkäufe erhöhen. In den USA könnte es zu mehreren Zinserhöhungen kommen. Die Experten der Erste Asset Management rechnen mit einem globalen Wirtschaftswachstum von rund 5 Prozent. Aktien werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Dank guter Unternehmensgewinne habe sich die Bewertung trotz der starken Kursanstiege nicht wesentlich verändert.

christoph.flatz@dornbirn.sparkasse.at, Christoph Flatz, Private Banking. blog.de.erste-am.com

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.