Möbelhandel im Land trotzt der Krise

Markt / 09.01.2022 • 18:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Harald Künzle, Sprecher des Vorarlberger Einrichtungshandels: „Die eigenen vier Wände haben in der Krise definitiv an Bedeutung gewonnen.“VN/Lerch
Harald Künzle, Sprecher des Vorarlberger Einrichtungshandels: „Die eigenen vier Wände haben in der Krise definitiv an Bedeutung gewonnen.“VN/Lerch

Heimische Einrichtungshändler sind auf einem guten Kurs. Aber Angst vor weiteren Lockdowns.

Feldkirch Die Bilanz für das Jahr 2021 gibt dem Vorarlberger Einrichtungsfachhandel Grund, positiv in die Zukunft zu blicken. Trotz einiger Lockdowns, u. a. in der Vorweihnachtszeit, sind die Möbelkaufleute und Raumausstattenden gut durch das zweite Pandemiejahr gekommen.

Aktuelle Wohntrends

„Ein Grund liegt vermutlich darin, dass die meisten von uns noch nie so viel Zeit in den eigenen Wänden oder im Garten verbracht haben wie in den vergangenen zwei Jahren. Das hat dazu geführt, dass vielen von ihnen das eine oder andere Manko wirklich bewusst geworden ist und das jetzt geändert wurde“, erklärt der Obmann des Vorarlberger Einrichtungshandels, Harald Künzle.

Der Trend zu „schöner wohnen“ hat aber noch einen anderen Grund: Die eigenen vier Wände haben in der Krise definitiv an Bedeutung gewonnen. Die Kunden seien, zumindest im Fachhandel, auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Es geht dabei nicht nur um Möbel, sondern auch um ganze Raumkonzepte. In Krisenzeiten kommt dies nicht von ungefähr: „Viele, die Ersparnisse auf der hohen Kante haben, sind verunsichert. Sie investieren daher lieber das Geld, als es auf dem Konto oder dem Sparbuch zu lassen.“

Entscheidender Faktor

Die Kunden legen gerade beim Möbelkauf viel Wert auf Beratung, aber auch die Möglichkeit, die gewünschten Stücke in Wirklichkeit zu sehen und zu testen. „Qualität und kompetente Beratung für individuelle Wünsche unserer Kunden sind unsere Stärken“, betont Künzle und stellt klar: „Darum gilt es in die Lehrlingsausbildung zu investieren. Auch wir spüren den Fachkräftemangel deutlich und die Unsicherheiten durch die pandemiebedingten Schließzeiten verstärken diesen zunehmend.

Die Digitalisierung macht auch vor den eigenen vier Wänden nicht halt. Roboting, Smart living und Home Connect sind nur einige Beispiele. Zudem wird der Wohnraum kleiner, es gibt mehr Singlehaushalte, Wohnungswechsel finden öfter statt. „Der Wunsch nach Flexibilität und komplett möblierten Wohnungen, ob bei Kauf oder Miete, wird immer größer“, erklärt Künzle zu den aktuellen Trends.

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