So gut sind die Vorarlberger nahversorgt

Markt / 09.01.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So gut sind die Vorarlberger nahversorgt
Auch in Krisenzeiten haben 99 Prozent der Vorarlberger einen Nahversorger im Ort. VN/Steurer

Über 130.000 Quadratmeter Verkaufsfläche im Lebensmittelhandel – neun Gemeinden ohne Nahversorger.

Feldkirch Wie wichtig eine flächendeckende Versorgung mit Lebensmitteln und Produkten für den täglichen Bedarf ist, zeigte sich in den vergangenen zwei Jahren eindrücklich. Und er zeigt sich auch an den Zahlen – denn der Lebensmittelhandel konnte in dieser Zeit auch zulegen. Geschafft hat er das mit Unternehmen und Mitarbeitern, die sich über die Maßen engagierten, aber auch mit der umstrittenen Möglichkeit, andere Sortimente anzubieten, was bei jenen Händlern, die in den Lockdowns zusperren mussten, für Ärger sorgte. Allerdings litten dennoch vor allem Märkte in Grenznähe darunter, dass mit den Schweizern und Liechtensteinern während der Lockdowns eine wesentliche Kundengruppe fehlte. Damit hatten und haben auch die Lebensmittelgeschäfte in den Tourismusregionen sehr zu kämpfen, wo einfach die Gäste, unter ihnen eine immer größer werdende Zahl von Selbstversorgern, im Jahr 2021 fehlten.

Regionales boomt

In den vergangenen zwei Jahren hat beim Angebot aber auch der Trend zur Regionalität einen Booster bekommen, außerdem ist der Handel wie andere Branchen auch vom Fachkräftemangel betroffen und muss Lieferengpässe sowie Preissteigerungen managen. In Vorarlberg sind, so der Sprecher des Lebensmittelhandels in Vorarlberg, Alexander Kappaurer, laut der Erhebung der Wirtschaftskammer, die seit 1970 durchgeführt wird, 99 Prozent der Bevölkerung mit mindestens einem Geschäft im Ort bestens versorgt. Kein Geschäft gibt es in neun Gemeinden, betroffen davon sind 4000 Personen, wobei es durchaus auch in diesen Gemeinden Pläne gibt bzw. wie in Eichenberg eine Metzgerei, die die Grundversorgung sicherstellt. Für aktive Nahversorger in Kleingemeinden gewährt das Land Vorarlberg Betriebskostenzuschüsse in Höhe von über einer Million Euro.

Der Kuchen unter den Händlern ist im Land weitesgehend verteilt, insgesamt stehen der Bevölkerung Geschäfte mit rund 135.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zur Verfügung. Weiße Flecken auf der Handelslandkarte gibt es nur noch wenige. So soll auch die Gemeinde St. Anton im Montafon in absehbarer Zeit wieder einen Nahversorger bekommen. Im Wesentlichen werden die bestehenden Märkte derzeit auf neuesten Stand gebracht – so eröffnete Sutterlüty pünktlich zum 70-Jahre-Jubiläum, das heuer gefeiert wird, einen neuen, über 1000 Quadratmeter Fläche umfassenden Markt in Hohenems, der den nur wenige Meter entfernten bestehenden Markt ersetzt hat, und stellt in Gais einen neuen Markt auf. Spar und auch die Diskonter Hofer und Lidl optimieren ebenfalls ihre Märkte mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

203 Vollsortimenter

203 Märkte boten im vergangenen Jahr und bieten weiterhin ein Vollsortiment, die Diskonter sind mit 32 Standorten in Vorarlberg vertreten. Spezialitäten bieten 91 Geschäfte im Land an, sie versorgen die Kundschaft etwa mit veganen Lebensmitteln oder haben einen regionalen Produktbezug wie die Sennereiläden. Und die Kundschaft, die ein ethnisches Angebot sucht, kommt in 26 Geschäften auf ihre Kosten, wie die Strukturerhebung der Wirtschaftskammer Vorarlberg zeigt. Selbst an Sonntagen muss man nicht darben: 32 Tankstellenshops und ein großer Teil der 176 Bäckereien und Brotverkaufsstellen haben auch außerhalb der üblichen Zeiten geöffnet.

Lebensmittelhandel in Vorarlberg

235 Vollsortimentgeschäfte und Diskonter versorgen die Vorarlberger mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs.

9 Gemeinden (Eichenberg, Möggers, Reuthe, Dünserberg, Fraxern, Röns, Lorüns, Stallehr und St. Anton) sind ohne Lebensmittelgeschäft.

12,8 Prozent dieser Geschäfte (26) haben eine Verkaufsfläche von über 1000 Quadratmetern, 25,1 Prozent zwischen 150 und 399 Quadratmetern.

Quelle: Wirtschaftskammer Vorarlberg

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