Welcher Erbschaftsstreit in einer Millionenpleite endet

Markt / 09.01.2022 • 05:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Welcher Erbschaftsstreit in einer Millionenpleite endet
Artur Doppelmayr (Mitte, im Bild mit dem damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger und dem damaligen Landeshauptmann Herbert Kessler) war ein Pionier der Vorarlberger Wirtschaft. Die letzten Lebensjahre waren vom Konflikt mit seiner Familie überschattet. Volare

Verlassenschaft von Seilbahnpionier Artur Doppelmayr mit 2,5 Millionen Euro überschuldet.

Maria Wörth, Wolfurt Artur Doppelmayr ist unangefochteten einer der Industriepioniere Vorarlbergs. Er hat das Wolfurter Familienunternehmen in den 70er Jahren zu einem der führenden Seilbahnhersteller weltweit ausgebaut. 1992 übernahm Sohn Michael die Geschäfte, der Vater wechselte in den Aufsichtsrat, absolvierte im hohen Alter noch ein Studium an der TU Graz mit Erfolg und adoptierte eine Kärntnerin. Die Adoption sorgte neben einem Konflikt über die Geschäftsstrategie – Artur Doppelmayr kritisierte die Fusion mit dem Schweizer Mitbewerber Garaventa –  innerhalb der Familie für einen jahrelangen Streit vor Gerichten. Jetzt endete dieses letzte traurige Kapitel in der Erfolgsgeschichte Artur Doppelmayrs vor dem Landesgericht Klagenfurt.

Doppelmayr, der sich an seinem Lebensabend mit der Adoptivtochter in eine Villa in Maria Wörth am Wörthersee zurückgezogen hatte, verstarb im Jahr 2017, seine Adoptivtochter setzte er als seine Alleinerbin ein. Seitdem war das Verlassenschaftsverfahren anhängig, welches nun durch die Einantwortung bzw. den Erbantritt einer Alleinerbin im Dezember 2021 abgeschlossen werden sollte, wie der Gläubigerschutzverband AKV berichtet. Dazu kam es nicht, denn mit Zustellung des Einantwortungsbeschlusses wurde schließlich festgestellt, dass der Nachlass mit einer Summe von 2,49 Millionen Euro überschuldet ist. Daraufhin wurde vergangene Woche Insolvenzantrag beim Landesgericht Klagenfurt gestellt. „Die Gründe der Insolvenz liegen in jahrelangen gerichtlichen familiären Vermögensaufteilungsstreitigkeiten”, so Beatrix Jernej vom Alpenländischen Kreditorenverband in Kärnten. Laut Jernej haben die Anwalts- und Prozesskosten, die über die Jahre angefallen sind, das Vermögen von Artur Doppelmayr, „im wahrsten Sinne des Wortes aufgefressen“.

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