Wo in Lustenau jetzt Bier statt Benzin fließt

Markt / 11.01.2022 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wo in Lustenau jetzt Bier statt Benzin fließt
Marcel Lerch eröffnete mit „TacoTaco“ bereits sein sechstes Lokal.  cro

Lustenauer Gastronom Marcel Lerch investierte während der Corona-Pandemie 1,5 Millionen Euro in neues Lokal TacoTaco.

Lustenau Für die Gastronomie waren die vergangenen zwei Jahre alles andere als leicht. Zuerst kam im November 2019 das Rauchverbot, dann vier Monate später traf das Coronavirus die heimischen Wirte mit voller Wucht. Mehrere Lockdowns, vorverlegte Sperrstunden, Personal- und Fachkräftemangel etc. Kein Wunder, dass da so mancher seinem Ärger Luft machte. Nicht so Marcel Lerch. Der Gastronom aus Lustenau investierte mit seinem Geschäftspartner Daniel Magyar ausgerechnet während der Pandemie 1,5 Millionen Euro in sein neues Lokal „TacoTaco – Food&Drinks“. „Das ist die bisher höchste Summe, die ich investiert habe“, sagt der 50-Jährige, der bereits fünf Gastronomiestätten betreibt. Drei in Lustenau, eine in Dornbirn und eine in Bregenz.

Bier- statt Benzinzapfsäulen

Lerch verwandelte das ehemalige Tankstellengebäude der OCW Oberscheider Carworld in ein mexikanisches Restaurant, das um eine Bar mit Food und Drinks sowie einen SB-Bereich für Take Away ergänzt wird. Insgesamt 100 Sitzplätze laden innen zum kulinarischen Tanken ein, außen, wo einst die Zapfsäulen standen, steht jetzt ein überdachter Gastgarten, in dem 90 Personen Platz finden. „Die Investitionskosten waren deshalb so hoch, weil praktisch alles neu konzipiert und eingerichtet werden musste“, erklärt Lerch. „Allein die Lüftung schlug mit 120.000 Euro zu Buche, der Beefer, der beim Steak zubereiten neue Maßstäbe setzt, nochmal mit 20.000 Euro.“

Was „TacoTaco“ zu etwas ganz Besonderem macht, ist der urbane Stil, mit dem Lerch die kulinarisch ein wenig verschlafene Marktgemeinde seit 29. Dezember bereichert. Dafür hat sich der „Multi-Gastronom“ bewusst entschieden, denn der Standort an der stark befahrenen Lustenauer Reichsstraße steht für Internationalität. Nur 300 Meter weiter befindet sich die Grenze zur Schweiz. „Dieser viel frequentierte Standort war für mich ausschlaggebend für die Entscheidung, noch ein sechstes Lokal zu eröffnen“, sagt Lerch. „Da musste ich nicht lang überlegen.“

„Das ganze Areal rund um die Oberscheider Carworld bietet Besuchern sehr viel. Neben Waschstraße, Tankstelle und Einkaufsgelegenheit nun auch ein Restaurant als kulinarische Attraktion“, fasst Lerch die Vorteile der modernen Raststätte zusammen. Er selbst hat die Fläche gepachtet. Im November 2019 unterzeichnete er den Vertrag. Voller Vorfreude und ahnungslos, dass eine Pandemie unmittelbar bevorsteht. „Ein bisschen Bauchweh ist deshalb natürlich schon dabei“, gibt der Gastronom ehrlich zu. „Etwas später hätte ich mich unter Umständen ganz anders entschieden.“ Wahrscheinlich sei es gut so gewesen, nichts gewusst zu haben, kommt sofort Lerchs Optimismus zutage. „Die Umsetzung hat mir große Freude bereitet und ich war und bin mit voller Leidenschaft dabei.“

Mit ganzen Herzen

Damit verrät der Lustenauer Gastronom auch gleich sein Erfolgsgeheimnis. Nämlich, mach es mit dem ganzen Herzen oder lass es bleiben. Recht gibt ihm dabei das ausgebuchte Lokal gleich am ersten Abend und auch an allen weiteren, die er bisher eröffnet hatte. Als hätten die Feinschmecker darauf gewartet, denn Burritos, Tacos und Quesadillas sind aktuell die Renner. CRO

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