Deshalb investieren Land und AMS 60 Millionen in den Arbeitsmarkt

Markt / 12.01.2022 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Deshalb investieren Land und AMS 60 Millionen in den Arbeitsmarkt
Mit Maske und Vereinbarung: Landesrat Marco Tittler, Landeshauptmann Markus Wallner und AMS-Chef Bernhard Bereuter. FA/Serra

AMS und Land Vorarlberg investieren fast 60 Millionen in Arbeitsmarktmaßnahmen.

Bregenz Wir sind positiv überrascht, wie sich der Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr entwickelt hat“, gesteht Landeshauptmann Markus Wallner ein. Um gleich einzuschränken: Es handle sich um eine Gesamtbeurteilung, es gebe natürlich etliche Branchen, wo sich die Nachfrage nach Mitarbeitern nicht so entwickeln konnte, weil sie unter den Maßnahmen zur Coronaentwicklung litten und oft immer noch leiden.

Zahlen weiter rückgängig

Zum Jahresbeginn 2021 war die Lage noch wesentlich dramatischer. Damals waren 16.006 Personen arbeitslos, mit Stichtag 11. Jänner sind es 10.095 Menschen, die ohne Arbeit sind,  wieder 215 weniger als vor einer Woche.  Auch hier gibt es große Unterschiede – so herrscht in der Metallverarbeitung bereits jetzt wieder Vollbeschäftigung. Andere Branchen, die unter massivem Mitarbeitermangel leiden, werden vom AMS, so Geschäftsführer Bernhard Bereuter, mit speziellen Programmen unterstützt. Er nennt die Transportbranche, die Fahrer sucht, und die Lebensmittelindustrie, die Arbeitskräfte ohne spezifische Ausbildung braucht, als Beispiele für solche Rekrutierungsaktionen.

Die Prognosen der Wirtschaftsforscher gehen für das gerade begonnene Jahr von einem Wachstum von wenigstens 3,5 Prozent aus. Das bedeutet auch, dass die Unternehmen weitere Mitarbeiter brauchen, um diese Dynamik zu nutzen. Damit jene 10.095 Personen, die derzeit arbeitslos sind, davon profitieren und möglichst bald wieder in Beschäftigung kommen, nehmen AMS und Land Vorarlberg heuer 59,6 Millionen Euro in die Hand, um dafür die Voraussetzungen zu schaffen. Am Dienstag wurde die entsprechende Vereinbarung von Landesrat Marco Tittler, Markus Wallner und Bernhard Bereuter unterzeichnet. Sollte das nicht reichen, werde man dieses Budget auch erhöhen, verspricht Wallner. Denn Land und AMS haben es sich zum Ziel gesetzt, wie schon in den vergangenen Jahren jedem jungen Menschen, der länger als drei Monate arbeitslos ist, ein Beschäftigungs- oder Ausbildungsangebot zu stellen. Und man werde alles tun, damit langzeitarbeitslose Personen wieder in Beschäftigung kommen. “Da sind wir hartnäckig”, betont Wallner.

Gelingen soll das für die derzeit 2534 langzeitarbeitslosen Menschen in Vorarlberg mit einem ganzen Bündel an Qualifizierungsmaßnahmen – vom Lehrabschluss bis zur arbeitsplatznahen Ausbildung. Mit der Aktion Sprungbrett des AMS, die Unternehmen bei Einstellung mit bis zu 100 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten in den ersten Monaten bei der Eingliederung unterstützt, erklärt AMS-Chef Bereuter.

Reform des Arbeitsmarktes

In Vorarlberg ist die Zusammenarbeit von Land und AMS besonders eng, betonen Wallner, Tittler und Bereuter. Das müsse auch in Zukunft so bleiben, schicken sie nach Wien ihre Wünsche bei der für heuer angekündigten Arbeitsmarktreform. “Die Programme müssen sehr regional ausgerichtet sein, jedes Bundesland ist anders”, sagt Wallner.

Investitionen Arbeitsmarkt

7, 9 Mill. Euro Förderung junger Menschen unter 25 Jahre für rd. 870 Betroffene

(6,1 Mill. AMS, 1,8 Mill. Land)

3,5 Mill. Euro Ausbildung für Geringqualifizierte für rd. 620 Betroffene (2,0 Mill. AMS, 1,5 Mill. Euro Land)

13 Mill. Euro Angebote für Menschen über 50 Jahre und andere förderwürdige Personengruppen, um der Verfestigung von Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, für 1500 Betroffene (9,4 Mill. AMS, 3,6 Mill. Land)

3,1 Mill. Euro für verschiedene arbeitsmarktpolitische Maßnahmen vom Land Vorarlberg

32,1 Mill. Euro für eigene Aktivitäten des Arbeitsmarktservice

 

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