Jetzt ziehen die Brotpreise an

Markt / 18.01.2022 • 22:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Innungsmeister Wolfgang Fitz kündigt höhere Preise an. VN/Sams
Innungsmeister Wolfgang Fitz kündigt höhere Preise an. VN/Sams

Preise für Premiumgetreide haben sich verdoppelt, erhöhter Export verschärft Lage.

Feldkirch Bäckerinnungsmeister Wolfgang Fitz hat schon im Oktober in den VN auf die Situation hingewiesen. Die Preise für Weizen, Roggen und weitere Getreidesorten galoppieren nach oben, das macht sich für die Konsumenten jetzt an der Ladentheke bemerkbar, die Teuerungen schlagen auf den Brotpreis. Es sei fraglich, so der Innungsmeister, ob in den nächsten Monaten die Nachfrage nach Brot aus österreichischen Rohstoffen für die ganze Bevölkerung abgedeckt werden kann.

Beschränkung

Die Lage ist sehr angespannt: Die Kosten für Brotgetreide liegen seit Wochen 100 Prozent über dem Vorjahresniveau und Mehl ist ein rares Gut. „So eine Situation hatten wir in den vergangenen Jahrzehnten noch nie.“ Derzeit liegen die Notierungen für Premiumweizen bei 402 Euro pro Tonne – vor einem Jahr betrugen diese noch knapp unter 200 Euro pro Tonne. „Ein längerfristiger Einkauf, wie er bisher üblich war, ist derzeit ebenfalls nur schwer möglich“, erklärt Fitz: „Wir kämpfen derzeit mit Mengenbeschränkungen am österreichischen Markt, obwohl Österreich eine durchschnittlich gute Ernte hatte und genug Ware auf Lager wäre.“

Die Bäcker kämpfen mit einem ähnlichen Problem wie im vergangenen Jahr die Zimmerer und Tischler. Denn viele Rohstofflieferanten nutzen die Gelegenheit und exportieren in die umliegenden EU-Länder, die mit schlechten Ernten zu kämpfen haben. In Italien haben die Pastaproduzenten deswegen schon Alarm geschlagen. Der erhöhte Export führe, so Fitz, zu einer Begrenzung der im Inland verfügbaren Menge. Aber nicht nur in Europa ist das österreichische Getreide begehrt, mit dem Rohstoff Getreide werde auch am Weltmarkt spekuliert. Das treibt die Preise zusätzlich in die Höhe.

Für die Bäcker werden die erhöhten Preise immer mehr zur Belastung. Nicht nur in ihren Geschäften, auch im Lebensmitteleinzelhandel seien Preissteigerungen unumgänglich. „Die Verbraucher werden die Preiserhöhungen spüren“, gibt es für Konsumenten vom Innungsmeister keine gute Nachricht.

Keine Brotknappheit

Zu einem Brotengpass in Vorarlberg komme es allerdings nicht, beruhigt Innungsmeister Wolfgang Fitz: „Die benötigte Menge kann grundsätzlich produziert werden.“ Doch ob Brot und Gebäck durchgängig mit inländischem Mehl gebacken werden, ist fraglich. Die Nachfrage nach Ware aus Österreich sei gerade im Lebensmitteleinzelhandel groß. Es sei damit zu rechnen, dass sich die Produktion mit rein österreichischen Rohstoffen nicht mehr ausgeht. VN-sca

Dass das Grundnahrungsmittel Brot teurer wird, ist der Getreideknappheit in mehreren EU-Ländern geschuldet. AP
Dass das Grundnahrungsmittel Brot teurer wird, ist der Getreideknappheit in mehreren EU-Ländern geschuldet. AP
Die Rohstoffpreise steigen dramatisch, jetzt müssen wir - die Bäcker sind immer ganz am Schluss - auch die Preise erhöhen. Aber nicht nur Mehl, auch weitere Grundprodukte sind teurer geworden. Wolfgang Müller, Bäckerei Schnell

Die Rohstoffpreise steigen dramatisch, jetzt müssen wir – die Bäcker sind immer ganz am Schluss – auch die Preise erhöhen. Aber nicht nur Mehl, auch weitere Grundprodukte sind teurer geworden. Wolfgang Müller, Bäckerei Schnell

Wir haben zu Jahresbeginn eine minimale Preisanpassung durchgeführt. Teurer ist aber nicht nur das Mehl, auch die Energie ist viel teurer geworden. Wir müssen die Entwicklung weiter beobachten. Monika Haag, Bäckerei Mangold

Wir haben zu Jahresbeginn eine minimale Preisanpassung durchgeführt. Teurer ist aber nicht nur das Mehl, auch die Energie ist viel teurer geworden. Wir müssen die Entwicklung weiter beobachten. Monika Haag, Bäckerei Mangold

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