“Arbeit im Tourismus ist immer noch ein wunderbarer Beruf”

Markt / 24.01.2022 • 04:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
"Arbeit im Tourismus ist immer noch ein wunderbarer Beruf"
Schülerinnen und Schüler der Gascht, der Gastgeberschule für Tourismusberufe. m.gmeiner

Ausbildungsbetriebe und Schulen wollen in Bezug auf Ausbildung positive Signale setzen.

Schwarzach Mit den Semesterzeugnissen steht für viele Jugendliche die Entscheidung an, welche weiterführende Schule sie besuchen werden. Den Tourismusschulen und Ausbildungsbetrieben im Land bereitet das Sorge. „Rund um den Tourismus gab es aufgrund von Corona viele Negativmeldungen“, begründet Gastronom und Hotelier Elmar Herburger (Mohren, Rankweil).

Dem will man nun Positives entgegensetzen und zeigen, dass eine Ausbildung im Tourismus, sei es in einer Tourismusschule oder Lehre, nach wie vor eine sehr gute Zukunft hat. Im unabhängigen Verein „Mensch im Tourismus“, dessen Obmann Herburger ist, haben sich 80 Ausbildungsbetriebe zusammengetan. Im Schulterschluss mit den Tourismusschulen (HLT Bezau, HLT Bludenz und Gascht) und der Landesberufsschule will man gemeinsam auf die vielfältigen Möglichkeiten aufmerksam machen. „Proud to be part“ heißt das Motto, also stolz, dabei zu sein.

Elmar Herburger vom Hotel und Restaurant Mohren, Rankweil.  <span class="copyright">vn</span>
Elmar Herburger vom Hotel und Restaurant Mohren, Rankweil.  vn

Touristische Weltreise  

Ein erstes Projekt nennt sich „Globetrotter“ und soll Jugendlichen im Tourismus einen weltweiten Austausch ermöglichen. Vorarlberger Lehrlinge sowie die Absolventen der Tourismusschulen sowie der Gascht können ein weltweites Netzwerk aus führenden Gastronomie-, Hotellerie- und Tourismusbetrieben sowie Schulen von Australien bis Bhutan nutzen und werden bei ihrer Station im Ausland auch dementsprechend betreut. Neben den Kontakten wird bei Unterkunft und Arbeitsgenehmigung sowie bei Bedarf auch finanziell unterstützt. Dieses Projekt soll aber keine Einbahnstraße sein. Denn genauso sollen touristische Nachwuchskräfte aus anderen Ländern nach Vorarlberg kommen. „Vorarlberger Jugendliche sollen die Welt und Jugendliche aus dem Ausland Vorarlberg kennenlernen“, so Herburger.

Nicole Okhowat-Lehner ist Direktorin der Gascht.  <span class="copyright">m.gmeiner</span>
Nicole Okhowat-Lehner ist Direktorin der Gascht.  m.gmeiner

Für Nicole Okhowat-Lehner, Direktorin der Gascht, ist das Projekt ein wichtiger zusätzlicher Anreiz für die Jugendlichen. „So können sie im Ausland Erfahrung sammeln und haben gleichzeitig bei Problemen die Sicherheit durch das Netzwerk.“ Für die Schulanmeldungen hofft sie nun, dass Corona die Entscheidung für eine touristische Ausbildung nicht beeinflusst. Auch an den Tourismusschulen Bludenz werden die Schüler motiviert, Auslandserfahrungen zu machen. „Solch Eindrücke schaffen Ideen und Visionen, die die Zukunft enorm beeinflussen können“, ist Direktorin Kathrin Leitner überzeugt.  

Direktorin Kathrin Leitner von der HLT Bludenz.  <span class="copyright">hlt</span>
Direktorin Kathrin Leitner von der HLT Bludenz.  hlt

Miteinander statt jeder für sich

„Ausbildung ist Vertrauenssache. Wir müssen den jungen Menschen ein gutes Gefühl vom Tourismus vermitteln“, sagt Heike Ladurner-Strolz (Hotel Zimba, Schruns). Die Herausforderungen seien riesengroß, ein Miteinander von Betrieben, Schulen und Lehre deshalb umso wichtiger. Gerade der Lehre wünscht Ladurner-Strolz einen höheren Stellenwert im Land: „Man muss erkennen, dass sie gleich viel wert ist wie eine andere Ausbildung.“ Genauso müsse man sehen, dass auch im Tourismus normale Arbeitszeitmodelle wie die Fünf-Tage-Woche längst Einzug gehalten haben. „Es ist ein toller Beruf“, sagt Ladurner-Strolz.

Heike Ladurner-Strolz (Hotel Zimba in Schruns).  <span class="copyright">vn</span>
Heike Ladurner-Strolz (Hotel Zimba in Schruns).  vn

Gute Unternehmenskultur

Auch Dietmar Nussbauer (Krone, Hittisau) spricht von einem „wunderbaren Beruf“. Das müsse man sich noch mehr bewusst machen. Nicht umsonst gäbe es sehr viele Vorarlberger Tourismusbetriebe mit langjährigen Mitarbeitern. „Das spricht für deren Unternehmenskultur“, weiß Nussbaumer. Unter Corona hätten die Restaurants und Hotels sehr gelitten. Nun sei es Zeit, in Richtung Ausbildung ein positives Signal zu setzen. „Es ist nach wie vor zukunftsträchtig, im Tourismus zu arbeiten.“

Dietmar Nussbaumer vom Gasthof Krone in Hittisau.  <span class="copyright">a.bereuter </span>
Dietmar Nussbaumer vom Gasthof Krone in Hittisau.  a.bereuter

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