So will das AMS zurück zum Kerngeschäft

Markt / 25.01.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So will das AMS zurück zum Kerngeschäft
Das AMS Vorarlberg unterstützt sozialökonomische Projekte mit 7,6 Mill.Euro, das Land steuert 2,3 Mill. Euro bei.  Sams

50 Millionen Euro Budget: Arbeitsmarktservice konzentriert sich 2022 auf Langzeitarbeitslosigkeit und Qualifizierung.

Bregenz 167.196 Menschen sind derzeit in Vorarlberg unselbstständig beschäftigt, das sind 1175 oder 0,7 Prozent weniger als im Jahr 2019. Und das sollte heuer fast wieder erreicht werden. AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter geht davon aus, dass heuer aufgrund der Wachstumsprognose von konservativ geschätzten 3,8 Prozent und dem akuten Mitarbeitermangel in fast allen Branchen rund 600 derzeit arbeitslos gemeldete Personen wieder in Beschäftigung kommen. Insgesamt, so Bereuter, rechne er mit 1600 neuen Arbeitsplätzen in der Vorarlberger Wirtschaft im laufenden Jahr. Immer mit der Einschränkung, dass nicht die Corona-Pandemie wieder für Verwerfungen sorgt, wie sie im Jahr 2021 im November und Dezember passiert sind.

Fokus auf Langzeitarbeitslose

Im vergangenen Jahr entwickelte sich der Arbeitsmarkt wieder in Richtung Normalität von 16.006 vorgemerkte Arbeitslose auf aktuell 9836 Personen reduziert, in dieser Summe sind auch die Schulungsteilnehmer enthalten. Was ihm aber Sorgen bereitet, sind die Langzeitarbeitslosen. Ihre Zahl ist von 1639 im Vor-Coronajahr 2019 auf aktuell 2500 Personen gestiegen. In diesem Licht sind die Schwerpunkte des heurigen AMS-Schwerpunktes in Vorarlberg auch zu sehen, nämlich die Verhinderung der Verfestigung der Arbeitslosigkeit und damit der Senkung der Langzeitbeschäftigungslosigkeit sowie das Entgegenwirken der strukturellen Arbeitslosigkeit durch Ausbildung und Qualifizierung. Dafür nimmt das AMS 49,633 Millionen Euro in die Hand. Dazu kommen noch die gemeinsam mit dem Land Vorarlberg gesetzten Maßnahmen (die VN berichteten).Ganz wichtig für eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt sei die Qualifizierung bzw. Höherqualifizierung, deshalb werden vor allem Ausbildungen und Schulungen finanziert, „immer sehr individuell auf die betroffenen Personen abgestimmt“, so der Arbeitsmarktexperte. Er vergisst dabei auch nicht auf die Zahlen hinzuweisen: „47 Prozent der vorgemerkten Personen haben nur einen Hauptschulabschluss“. Aus dem gut gefüllten Topf des AMS erhalten auch Unternehmen Geld, wenn sie Langzeitarbeitslosen eine Chance bieten, verweist Bereuter auf die Aktion „Sprungbrett“, die in den ersten Monaten teilweise sogar die gesamten Kosten für den Arbeitnehmer tragen.

Zurück in die “Normalität”

Das AMS werde jetzt wieder vom Krisenprogramm ins eigentliche Kerngeschäft, also die Vermittlung zwischen Unternehmen und Arbeitssuchenden, zurückkehren, fast in den Modus normal. Das bedeutet aber auch, dass wesentlich größere Anstrengungen unternommen werden, auch in Branchen, die verstärkt Mitarbeiter suchen, Angebote zu stellen, sagt Bereuter und verweist auf MINT-Berufe und auf die Pflege, aber auch auf neue Berufsfelder wie die Digitalisierung oder Berufe in den sogenannten Green Economies. Selbstredend ist auch die Unterstützung für Jugendliche bei der Ausbildung für die insgesamt 12,2 Millionen Euro vorgesehen ist. Insgesamt, so der AMS-Chef sollten 20.500 Personen in Vorarlberg von den Maßnahmen profitieren.

„Mit einer Ausbildung steigen die Chancen für einen dauerhaften Arbeitsplatz enorm.“

Bernhard Bereuter, Geschäftsführer AMS

Aktuell (Stand: 24. 1. 2022) sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Wochenvergleich um 126 Personen auf 9836 (- 1,3 Prozent) weiter. Die stärksten Rückgänge im Wochenvergleich verzeichnen die Branchen Bau (- 1,8 Prozent), Handel (- 1,3 Prozent) und Gesundheits- und Sozialwesen (- 1,4 Prozent). 2209 Personen sind in Schulung. 3,5 Prozent mehr als noch vor einer Woche. Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit ist im Wochenvergleich um 1402 Personen oder 16,7 Prozent auf 8388 angestiegen.

AMS Vorarlberg 2022

49,6 Millionen Euro betragen die geplanten Ausgaben für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen im Jahr 2022 in Vorarlberg

 

23,4 Millionen Euro werden für vielfältige Qualifizierungsmaßnahmen in den verschiedenen Bereichen ausgegeben.

 

18,2 Millionen Euro werden für Eingliederungshilfen, Sozialökonomische Betriebe, EPU-Förderungen etc. vom AMS aufgewendet.