Deshalb investieren viele Vorarlberger in Immobilien

Markt / 27.01.2022 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Deshalb investieren viele Vorarlberger in Immobilien
24 Prozent der Vorarlberger Anleger vertrauen auf Betongold, 18 Prozent investieren in echtes Gold zur eigenen Vorsorge. APA

Deutlicher Anstieg bei der persönlichen Vorsorge, Wertpapiere statt Sparbücher.

Dornbirn Die Vorarlberger trauen der Zukunft nicht mehr so wie früher. Die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate jedenfalls sind nicht sehr hoch, nur etwas mehr als ein Drittel, 38 Prozent, ist zuversichtlich, der Rest aber skeptisch (30 Prozent), 27 Prozent sind sogar besorgt. Das gilt auch für die wirtschaftlichen Entwicklungen und einer damit verbundenen möglichen Veränderung der persönlichen Lebensqualität, die noch pessimistischer ist. Nur 14 Prozent erwarten eine Verbesserung. 31 Prozent gehen davon aus, dass alles gleich bleibt und sogar 56 Prozent befürchten eine Verschlechterung. Das ergab eine Umfrage von IMAS International im Auftrag der Sparkassen und der Wiener Städtische.

Reserven und Pensionsvorsorge

Dieser Zukunftspessimismus, der sich in den vergangenen zwei Jahren gebildet hat, veranlasste 31 Prozent dazu, ihre Vorsorgestrategie zu verändern. Von diesen Menschen wollen 76 Prozent noch mehr in ihre eigene Vorsorge investieren. „Am wichtigsten ist dabei den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern finanzielle Reserven für Notfälle (68 Prozent) und eine Pensionsvorsorge (67 Prozent) zu schaffen“, erklärt Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen, den Status quo. Das lässt sich auch in Zahlen festmachen: Österreichweit ist der durchschnittliche Betrag für private Pensions- und Gesundheitsvorsorge 2021 auf einen Spitzenwert von 226 Euro gestiegen, im Jahr 2020 waren es noch 161 Euro.

„Ohne die Beimischung von Wertpapieren und Fonds sind heute keine Erträge mehr zu erzielen.“

Martin Jäger, Sprecher Vbg. Sparkassen

Bei der privaten Vorsorge stehen zwar immer noch die Sicherheit und Flexibilität im Vordergrund. Dennoch habe das Thema „Rendite und Zinsen“ an Bedeutung gewonnen. „Und das ist auch gut so, denn ohne die Beimischung von Wertpapieren und Fonds sind heute – Stichwort Niedrigzins bei steigender Inflation – keine Erträge mehr zu erzielen“, so Jäger. Bei den Produkten greift man immer noch gerne zu den Klassikern, die aber etwas an Attraktivität eingebüßt haben: So sind Sparbuch (55 Prozent, 10 Prozent weniger als 2020), Bausparvertrag (44 Prozent) und Lebensversicherung (43 Prozent) bei den Vorarlbergern zwar immer noch am beliebtesten, danach punkten aber bereits Immobilien (24 Prozent), Wertpapiere (22 Prozent), Fondssparpläne (21 Prozent) sowie Gold (18 Prozent).

Nachhaltig veranlagen

Doch auch wenn die Zukunftsaussichten derzeit nicht als rosig empfunden werden, schauen die Vorarlberger auf Umwelt und Klima. Das Thema der nachhaltigen Veranlagung gewinnt mehr und mehr Bedeutung. So geben bereits sechs von zehn Befragten (62 Prozent) an, dass ihnen Nachhaltigkeit bei der persönlichen Vorsorge bzw. Veranlagung wichtig ist. Gar 64 Prozent der Befragten gehen auf die Frage, ob nachhaltige Finanzprodukte in Zukunft Bedeutung gewinnen werden, ganz klar davon aus, dass nachhaltige Finanzprodukte in Zukunft mehr Bedeutung gewinnen werden. Nur acht Prozent glauben das nicht.

Vorsorgestudie 2022

56 Prozent der Vorarlberger gehen davon aus, dass sich aufgrund der Wirtschaftslage die persönliche Situation verschlechtert

 

76 Prozent der Vorarlberger wollen mehr in die Vorsorge investieren, um Reserven und ein Polster für die Pension zu haben.

 

226 Euro haben die Österreicher im vergangenen Jahr monatlich in die Vorsorge investiert, 2020 waren es nur 161 Euro.