Fast alle bekommen 150 Euro, manche 450 Euro

Markt / 28.01.2022 • 22:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landeshauptmann Markus Wallner. vn
Landeshauptmann Markus Wallner. vn

Regierung zahlt Ausgleich wegen steigender Energiekosten.

Wien Die Energiepreise für die heimischen Haushalte waren im Dezember um 24,1 Prozent höher als ein Jahr davor. Teurer wurden Heizöl, Benzin und Diesel, Strom, Gas, Pellets oder auch Brennholz.

Nun reagiert die Bundesregierung auf die steigenden Energiepreise und zahlt einen Kostenausgleich. So bekommen heuer fast alle Haushalte einmalig einen Energiekostenausgleich in Höhe von 150 Euro. Wer diese Einmalzahlung erhält? Laut Regierung alle Ein- bzw. Mehrpersonenhaushalte mit einem Einkommen bis zur ein- bzw. zweifachen ASVG-Höchstbeitragsgrundlage, die aktuell bei 5670 Euro brutto monatlich liegt.

Mehr Geld für Bedürftige

Besonders Bedürftige wie Arbeitslose, Mindestsicherungsbezieher oder Studienbeihilfe-Bezieher bekommen zusätzlich einen Teuerungsausgleich. Hier gibt es zusätzlich zur schon beschlossenen Einmalzahlung von 150 Euro noch weitere 150 Euro oben drauf.

Zudem wird heuer die Ökostrompauschale für Betrieb und Haushalte ausgesetzt. Damit werde ein Haushalt um etwa 100 Euro und ein durchschnittlicher Gewerbebetrieb um etwa 67.000 Euro entlastet.

Für produzierende Unternehmen soll zudem geprüft werden, ob die Vorausvergütung der Energieabgaben im Rahmen der Energieabgabenvergütung vorverlegt und auf 25 Prozent erhöht wird.  

Die Reaktionen auf das „Energie-Geld“ fallen recht unterschiedlich aus. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner, der als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, beim Energiegipfel der Bundesregierung dabei war, spricht von einer wichtigen Entlastung für einen Großteil der Vorarlberger Haushalte. Gewerkschaft und Industriellenvereinigung wollen indes weitere Entlastungsmaßnahmen, Global 2000 und WWF verlangen Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs. Von der SPÖ heißt es, die Teuerung umfasse alle Lebensbereiche und könne nicht nur aus der Perspektive der Energiekosten betrachtet werden. FPÖ-Obmann Herbert Kickl spricht von einem „Tropfen auf den heißen Stein“.

Neos-Nationalratsabgeordneter Gerald Loacker spricht von „Geldverschwendung“ und kritisiert besonders den Teuerungsausgleich für vulnerable Gruppen.

„Geld für Nichtarbeiten“

„Wir erleben einen massiven Arbeitskräftemangel. Viele Unternehmer finden keine Mitarbeiter. Es ist gerade jetzt das falsche Zeichen, mit Helikoptergeld das Nichtarbeiten zu belohnen“, sagt er zu den VN. Die Abschaffung der kalten Progression würde indes allen dauerhaft etwas bringen. VN-reh

NR Gerald Loacker (Neos). parlament
NR Gerald Loacker (Neos). parlament

Maßnahmen im Detail

Energiekosten-Ausgleich für Haushalte Einmalzahlung 150 Euro

Teuerungs-Ausgleich für besonders Betroffene (z.B. Arbeitslose oder Mindestsicherungsbezieher); Einmalzahlung 300 Euro (statt 150 Euro) 

Ökostrom-Beitrag wird 2022 für Haushalte und Betriebe ausgesetzt 

Beispiel Alleinerzieherin in Vorarlberg (Einkommen: 11.000 Euro im Jahr) bekommt

300 Euro Teuerungsausgleich, 150 Euro Energiekostenausgleich, bis zu 270 Euro Heizkostenzuschuss (vom Land). Entfall Ökostrombeitrag entspricht 90 Euro.

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