Bedingungen für Messen sind “nicht akzeptabel”

Markt / 11.02.2022 • 22:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Organisation von Messen dauert Monate. Deshalb wurde die Baufachmesse ComBau (Bild) vorsorglich auf Ende April verlegt. FA/Mittelberger
Die Organisation von Messen dauert Monate. Deshalb wurde die Baufachmesse ComBau (Bild) vorsorglich auf Ende April verlegt. FA/Mittelberger

Dornbirner Messe und die Branche insgesamt fordern Öffnung.

Dornbirn Ein Messe-Hennele in gemütlicher Runde, ein Gespräch mit dem Handwerker, der so schöne Küchen baut, und überhaupt eine Produktpalette, die für jeden etwas bietet. Danach sehnen sich viele Vorarlberger. Die Messe Dornbirn hat in den vergangenen zwei Jahren alles getan, um das zu ermöglichen. Doch scheinbar ist das der Bundesregierung immer noch zu wenig. Nun platzt den Messeveranstaltern in Österreich der Kragen.

Vollumfängliche Öffnung

In einem offenen Brief fordert der Branchenverband Messen Austria, dem bis vor Kurzem die Geschäftsführerin der Messe Dornbirn, Sabine Tichy-Treimel, vorstand, eine vollumfängliche Öffnung für Fach- und Publikumsmessen ab dem 19. Februar 2022 unter Einhaltung der 3G-Maßnahmen und ohne weitere Einschränkungen.

Die von der Regierung angekündigten Lockerungen seien weder für die erforderliche Planung noch die Durchführung von Fach- und Publikumsmessen anwendbar. „Weder für uns als Messe Dornbirn noch für unsere Aussteller und Besucher ist die aktuelle Vorgehensweise bei den Verordnungen nachvollziehbar“, bringt Tichy-Treimel mit Blick in den Kanton St. Gallen kein Verständnis für die Vorgehensweise der Regierung auf. Die OFFA und die RHEMA (beide im April) können nämlich im gewohnten Rahmen mit entsprechendem Schutzkonzept geplant werden.

„Wir kämpfen seit zwei Jahren um Rahmenbedingungen, haben gezeigt, dass Messen sicher sind, und nun bekommen wir Vorgaben, die nicht akzeptabel sind“, verweist die Messe-Chefin auf die in der Corona­zeit durchgeführten Messen und die umfangreichen Schutzmaßnahmen. In den Coronagremien in Wien seien Messen kein Thema, sei es aus politischen Erwägungen oder schlicht aus Unwissenheit über die Branche. Nun hofft sie auf die Landeshauptleute, die beim Impfgipfel am 16. Februar Druck machen sollen. „Und wieso“, fragt sich Tichy-Treimel, „darf in Salzburg ein Champions-League-Match mit Besuchern und Gastronomie durchgeführt werden und Messen nicht?“

Vorlaufzeit für Messen

Man habe zwar Verlustersatz bekommen, auch die Kurzarbeit habe geholfen, aber „wir wollen wieder unsere Arbeit machen, und für eine Messe braucht es eine Vorlaufzeit“. Deshalb sei es wichtig, dass jetzt ein Entscheid gefällt werde. Es gehe auch nicht nur um die Messeveranstalter, „da hängen viele Firmen und Menschen dran, einige von ihnen haben die Segel schon gestrichen, andere kämpfen ums Überleben“, beschreibt sie die Lage. In Dornbirn laufen derzeit die Vorbereitungen für die Schau! und die ComBau – um nur die nächsten beiden Messen zu nennen – in vollem Umfang. VN-sca

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