Inflation ist auf dem Land höher als in den Städten

Markt / 27.02.2022 • 18:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der ausgebaute öffentliche Verkehr senkt die Inflationsrate. VN/Steurer
Der ausgebaute öffentliche Verkehr senkt die Inflationsrate. VN/Steurer

In dünn besiedelten Gebieten energie-
intensivere Lebensform.

Wien In dünn besiedelten Gebieten steigt die Inflation aufgrund der Abhängigkeit vom Auto derzeit deutlich stärker als in Städten. Während die Teuerungsrate im Jänner insgesamt 5,0 Prozent betrug, stieg sie in ländlichen Gegenden mit 5,6 Prozent um 1,5 Prozentpunkte stärker als in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, wo der Preisanstieg 4,1 Prozent ausmachte.

Auch Verkehr ist Treiber 

OGM-Studienautor Johannes Klotz führt die höhere Teuerungsrate auf die energieintensivere Lebensform am Land zurück. Während etwa in Wien, wo die öffentlichen Verkehrsmittel gut ausgebaut sind, auf einen Haushalt statistisch gesehen nur 0,8 Pkw´s kommen, sind es in der Oststeiermark, im Waldviertel und im Südburgenland mehr als doppelt so viele. Auch von den steigenden Haushaltsenergiepreisen sind die ländlichen Regionen wegen Einzelbauweise und schlechterer Dämmung stärker betroffen. „Ohne Verkehr und Energie wäre die Inflation auf dem Land und in der Stadt dagegen praktisch gleich“, so Klotz.

Dass die Inflation im Jänner auf den höchsten Stand seit 1984 gestiegen ist, liegt vor allem an den stark gestiegenen Energiepreisen. Diese wiederum wirken sich in den heimischen Haushalte umso stärker aus, je mehr Energie fürs Wohnen, Heizen und Autofahren ausgegeben wird. Mit der weniger kompakten Siedlungsstruktur auf dem Land gehen tendenziell höhere Heizkosten und längere Distanzen einher. Auch das Pendeln reiße wegen der stark gestiegenen Spritpreise ein besonders großes Loch in die Geldbörsen der Landbewohner, so Klotz abschließend.