Welche Vorarlberger Bank neue “alte” Wege beschreitet

Markt / 21.03.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Welche Vorarlberger Bank neue "alte" Wege beschreitet
Derzeit werden im früheren und jetzt wieder aktuellen Stammhaus die Räumlichkeiten der Bank für die neuen Aufgaben adaptiert.  FA

Die Walser Raiffeisen Bank kehrt zurück zu den Wurzeln und will dennoch wachsen.

Hirschegg Im Raiffeisenhaus in Hirschegg sind die Handwerker zugange, Zutritt gewährt derzeit nur eine kleine Tür, die führt aber direkt zu den Beratern der Bank. Die Bauarbeiten wurde nötig mit der Neustrukturierung des Bankgeschäftes (die VN berichteten) und dem Umzug ins Raiffeisenhaus Hirschegg, das schon früher einmal Hauptquartier der Bank war. Die offizielle Eröffnung soll im Juli stattfinden. Und es ist auch im Bankensektor ein einzigartiger Vorgang. „Normal wird man immer größer oder in eine größere Struktur eingebettet“, berichtet Vorstand Klaus Allgayer über die Trennung der Geschäfte der bisherigen Walser Privatbank.

Zurück zum Ursprung

Die Raiffeisenbank Kleinwalsertal legt ihren Fokus auf die Kunden im Kleinwalsertal und in der Region, wie die Vorstände Allgayer und Jürgen Blenke erklären. „Wir haben schon bisher unsere heimischen Kunden betreut, doch in den vergangenen Jahren als Bereich der Walser Privat Bank“, so Blenke. Jetzt ist die Bank, die vor 125 Jahren als Genossenschaftsbank gegründet wurde und die als einzige ihren Hauptsitz im Kleinwalsertal hat, wieder zurück am Ursprung als Primärbank und hat wie die Alpen Privatbank ebenfalls neue Eigentumsverhältnisse: Eigentümer der Walser Raiffeisen Bank AG sind die Walser Raiffeisen Holding und die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg. „Wir wollen uns künftig zu 100 Prozent auf die Bedürfnisse und Anliegen der Menschen in der Region konzentrieren“, beschreibt Blenke die Strategie. Als Walser Raiffeisen Bank könne man jetzt „ein Stück weit“ schneller und schlagkräftiger agieren, weil die Aufmerksamkeit klar im Tal liege und die Entscheidungen vor Ort getroffen werden. Prozesse würden schlanker und effizienter, sind sich die neuen Chefs sicher, die mit 25 Mitarbeitern die rund 6000 Kunden betreuen. „Wir sind näher am Kunden und können schnell entscheiden“, streichen sie einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil hervor.

„Wir sind die einzige Bank mit Sitz im Tal und treffen Entscheidungen vor Ort.“

Klaus Allgayer, Walser Raiffeisen Bank

Mit einer Bilanzsumme von etwa 250 Millionen Euro sei man im Vorarlberg-Vergleich eine relativ kleine Raiffeisenbank – österreichweit aber nicht ganz so klein, betonen die Vorstände, die es dabei nicht belassen wollen. Neugeschäft sei angedacht, „das Firmenkundengeschäft im Kleinwalsertal ist unser Kernbereich, darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen“, so Blenke. Gleichzeitig versucht die Bank im angrenzenden Allgäu bei Unternehmern Fuß zu fassen und organisches Wachstum zu erzielen.

Vorstände Jürgen Blenke (l.) und Klaus Allgayer: „Schneller und agiler."  <span class="copyright">Fa</span>
Vorstände Jürgen Blenke (l.) und Klaus Allgayer: „Schneller und agiler."  Fa

Der Aufbau der Primärbank als der Regionalbank vor Ort war, so Blenke, eine Herausforderung, „eine Operation am offenen Herzen“. Denn die gesamte Logistik, das gesamte Leistungsangebot wurde bei laufendem Betrieb umgestellt, das bedeutete z.B. eine Netzwerktrennung oder neue Telefonnummern. Die Gesellschafterin Raiffeisen Landesbank Vorarlberg stellt nicht nur mit dem designierten Vorstandsvorsitzenden Michael Alge und dem Vorstandsvorsitzenden-Stellvertreter Jürgen Kessler zwei Aufsichtsratsmitglieder, sondern deckt u. a. die Bereiche Rechnungswesen, die Verhinderung von Geldwäsche und die Revision ab.

Walser Raiffeisen Bank

Gegründet 1894 als regionaler „Spar- und Darlehenskassenverein Mittelberg“

Gesellschafter Walser Raiffeisen Holding (50%), Raiffeisen Landesbank Vorarlberg (50%)

Vorstand Jürgen Blenke, Klaus Allgayer

Mitarbeiter 25

Bilanzsumme 250 Millionen Euro

Einlagevolumen 150 Millionen Euro

Kreditvolumen 190 Millionen Euro

Bankstellen Hirschberg, Mittelberg, Riezlern

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