Daniel Düsentrieb ist Vorarlberger

Markt / 25.04.2022 • 22:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Unternehmen der Zumtobel-Group forschen und entwickeln ständig verbesserte Lichtlösungen.  VN/KH
Die Unternehmen der Zumtobel-Group forschen und entwickeln ständig verbesserte Lichtlösungen.  VN/KH

Patentamt-Bilanz: Vorarlberg ist Bundesland mit den meisten Erfindungen pro Einwohner.

Wien, Schwarzach 2480 Erfindungen wurden im vergangenen Jahr in Österreich zum Patent angemeldet, das sind zwölf Prozent weniger als im Jahr 2020, berichtet das Österreichische Patentamt in seiner am Montag veröffentlichten Jahresbilanz. Die Vorarlberger Erfinder waren etwas fleißiger – der Rückgang bei Patentanmeldungen von Vorarlbergern bzw. Vorarlberger Unternehmen belief sich 2021 auf 5,19 Prozent. Schlusslicht ist Tirol – dort gingen die Patent­anmeldungen um 30,53 Prozent zurück. Vorarlberg kann aber mit einer Höchstleistung aufwarten: Unser Bundesland liegt auf Platz eins bei der Anzahl an Erfindungen pro Einwohner. Mit Fug und Recht und auf Basis der Daten des Patentamts kann also behauptet werden: Daniel Düsentrieb ist ein Vorarlberger. Insgesamt wurden beim Österreichischen Patentamt im vergangenen Jahr 201 Patente aus Vorarlberg angemeldet.

Auf dem Podest

Das Gros dieser Erfindungen machten zwei Vorarlberger Unternehmen, die auch österreichweit auf dem Stockerl landeten: Der Beschlägehersteller Julius Blum meldete 70 Innovationen an, die Zumtobel Group 34 Erfindungen bzw. patentierte Verbesserungen.

Nur der Grazer Motorenentwickler AVL List hat mehr Patente, nämlich 205, angemeldet. Zurückgegangen sind bundesweit wie auch im Bundesland nicht die Anmeldungen durch die großen Firmen, sondern die Entwicklungen, die in KMU getätigt wurden. Die Firmen haben zwar geforscht, entwickelt und erfunden, aber häufig Patent­anmeldungen hinausgeschoben. „Dass das Patentieren in Zeiten von Produktions- und Lieferproblemen auf der Strecke bleibt, ist zwar verständlich, aber auf lange Sicht problematisch. Vergisst man nämlich, seine Ideen zu schützen, kann der Wettbewerbsvorteil schnell dahin sein“, zeigt sich Patentamtspräsidentin Mariana Karepova anlässlich der Präsentation besorgt.

Damit die Wettbewerbsvorteile nicht flöten gehen, hat das Patentamt den Schritt zum Urheberschutz günstiger gemacht: „Unsere KMU und Start-ups sparen bis zu 50 Prozent bei nationalen Patenten und bis zu 75 Prozent bei Marken – die Förderaktion gilt das ganze Jahr“, so Karepova. Ein österreichisches Patent kostet ab 2022 nur 275 Euro. Das ist die Hälfte der üblichen Gebühr. Entsprechende Unterstützung und Information für Vorarlberger Firmen gibt es bei der Wirtschaftsstandort Vorarlberg GmbH (Wisto).

„Viele Klimaschutzpatente“

Trotz des Rückgangs konnte sich Österreich im internationalen Vergleich aber verbessern. Weltweit wurden zuletzt 11.031 Patente „Made in Austria“ angemeldet. Damit ist Österreich in der EU auf Platz fünf und weltweit an die zehnte Stelle vorgerückt. „Das sind wirklich tolle Nachrichten, und was mich besonders freut: Viele Klimaschutzpatente machen uns fit für den Wettbewerb der Zukunft. Sie stärken eine klimafreundlich ausgerichtete Wirtschaft und unsere internationale Vorreiterrolle. Bei den grünen Gebäudetechnologien sind wir sogar Europameister und weltweit Zweiter. Auch bei den klimaschonenden Verkehrstechnologien und bei Abwässerklärung und -recycling liegt Österreich bei den Patentanmeldungen über dem EU-Schnitt“, freut sich die ressortzuständige Ministerin Leonore Gewessler bei der Präsentation der Zahlen. VN-SCA

„Vergisst man, seine Ideen zu schützen, kann der Wettbewerbsvorteil schnell dahin sein.“

Daniel Düsentrieb ist Vorarlberger

Patentes Österreich

2480 Erfindungen wurden 2021 vom Österreichischen Patentamt registriert (- 12 Prozent).

 

70 Patente wurden von der Fa. Julius Blum angemeldet, Platz zwei in Österreich.

 

275 Euro kostet derzeit die Anmeldung eines Patentes in Österreich, die Hälfte der bisherigen Gebühr.