Wie ein Lustenauer die Welt verbessert

Markt / 01.05.2022 • 21:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
<p class="caption">Wadi sorgt dafür, dass Tausende Menschen sauberes Trinkwasser haben. Bild: Übergabe von Wadis in Bangladesch. <span class="copyright">Fa </span></p>

Wadi sorgt dafür, dass Tausende Menschen sauberes Trinkwasser haben. Bild: Übergabe von Wadis in Bangladesch. Fa

Trinkwasserprojekt “Wadi” des Lustenauers Martin Wesian überzeugte bei der World Expo.

Dubai, Wien, Lustenau Ohne Wasser kein Leben – das lernen bereits Tafelklassler, um es dann in einem Land wie Vorarlberg, in dem Wasser noch zur Genüge vorhanden ist, gleich wieder zu vergessen. Doch in einem großen Teil der Welt ist Wasser Mangelware, das sorgt in vielen Ländern für Krankheit und Leid. Zudem wird dadurch auch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung gebremst und verhindert. Wasserknappheit ist, so die Weltgesundheitsorganisation WHO, eine der größten Herausforderungen der Welt.

Eine bessere Welt schaffen

Auf der World Expo in Dubai wurden auch 30 Best-Practice-Projekte für die größten Herausforderungen der Welt präsentiert, ausgesucht wurden sie aus 1175 Einreichungen aus 140 Ländern. Ein einziges Projekt aus Österreich fand Aufnahme, das Projekt Wadi der vom Lustenauer Martin Wesian gegründeten Firma Helioz, die ihren Sitz in Wien hat (die VN berichteten wiederholt). Der gelernte Elektroingenieur hatte ein Schlüsselserlebnis: Mit knapp 20 Jahren erkrankte er in Venezuela an Cholera. Das Wasser, das er damals trank, war verunreinigt. Wieder gesundet und zurück in Österreich, suchte er nach einer Möglichkeit, möglichst vielen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Fahrt nahm sein Projekt auf, als er von einem ETH-Forscher von der Möglichkeit erfuhr, Wasser mit UV-Strahlung zu desinfizieren.

Im Opportunity Pavillion der UNO ist Wadi eines der Best-Practice-Projekte, um die Herausforderungen für die Welt zu meistern. <span class="copyright">FA</span>
Im Opportunity Pavillion der UNO ist Wadi eines der Best-Practice-Projekte, um die Herausforderungen für die Welt zu meistern. FA

Ergebnis ist ein treffenderweise Wadi genanntes Gerät, das er mit Hilfe von Wissenschaftlern und mit Unterstützung von Freunden und Geschäftspartnern entwickelt hat und das zu großen Teilen in Vorarlberg bei der Firma Graf Elektronik produziert wird und wartungsfrei ist. Wadi ist ein UV-Messgerät, das den Prozess der solaren Wasserdesinfektion messen kann. Eine Idee, die greift: In Bangladesh erhalten derzeit knapp 40.000 Menschen (über 7000 Haushalte) dank Helioz Zugang zu sicherem Trinkwasser. Im Namayingo-Distrikt in Uganda profitieren über 10.000 Haushalte von sauberem Wasser, so wurden 11.006 WASH-Infrastrukturen (Wasser-, Sanitär- und Hygieneprogramme) gebaut. In Indien profitieren 50.000 Familien von Wadi, ohne laufende Kosten und ohne die Umwelt zu belasten. “Das Klimaprojekt in Indien wird allein 2022 auf 100.000 Haushalte erweitert”, berichtet Wesian im Gespräch mit den VN. In Indien hat Helioz inzwischen einen eigenen Standort und arbeitet zusammen mit der Regierung an einem sehr ambitionierten Wasserprojekt. Auch ein großes Wadi, das mehr Wasser reinigt, kommt jetzt auf den Markt. Es ermöglicht auch ein Geschäftsmodell für Menschen in diesen Regionen und trägt zur wirtschaftlichen Verbesserung bei.

Wadi-Erfinder und Helioz-Gründer Martin Wesian in Uganda. <span class="copyright">FA</span>
Wadi-Erfinder und Helioz-Gründer Martin Wesian in Uganda. FA

„Wadi verbessert auch die ökonomische und gesellschaftliche Situation der Menschen.“

Martin Wesian, Gründer Helioz

Helioz ist aber auch ein Unternehmen, das wirtschaftlich arbeiten muss. Ermöglicht wird das Wadi durch komplexe Klimaprojekte entweder in Zusammenarbeit mit Regierungen (wie in Indien), NG0s wie die Welthungerhilfe oder mit großen Unternehmen. In Vorarlberg ist Alpla seit Jahren Partner von Helioz, auch Lebensmitteldiskonter Hofer, der Siemens-Konzern oder der Pharma-Gigant Böhringer Ingelheim finanzieren mittels C02-Ausgleich für viele Tausend Menschen Trinkwasser. Hauptsächlich Firmen aus der Schweiz, Deutschland und Skandinavien sind Zertifikatspartner von Helioz, so Wesian.

Aber es komme nicht auf die Größe an. “Auch kleinere Unternehmen und Privatpersonen können unser Projekt nutzen bzw. unterstützen.” Die Präsenz bei der Expo in Dubai ist für Helioz und den Zugang zu sauberem Trinkwasser ein weiterer Wachstumsbooster, “richtig Fahrt aufgenommen hat das Projekt, das 2016 startete, aber mit Greta Thunberg”, so Martin Wesian.

Weitere Informationen über Helioz und die verschiedenen Projekte unter www.helioz.com