Female Future Festival als Treffpunkt für Mutige und Macherinnen

Markt / 04.05.2022 • 18:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tatjana Kiel im Gespräch mit Verena Eugster. <span class="copyright">VN/PAulitsch</span>
Tatjana Kiel im Gespräch mit Verena Eugster. VN/PAulitsch

Aufgeben ist keine Option, so das Credo der Veranstaltung im Festspielhaus Bregenz.

bregenz Empowerment, Diversity, Finanzen, New Work, Gründerstorys – Auch wenn das Female Future Festival im Bregenzer Festspielhaus vor allem Frauen anspricht, sind das keine reine Frauenthemen, sondern Themen, die die ganze Gesellschaft betrifft, betonen die beiden Initiatorinnen Patricia Zupan-Eugster und Verena Eugster.

Auch in der vierten Auflage brachte die Veranstaltung spannende Frauen und Männer als Speaker auf die Bühne, die vor allem eines einte: Sie wollen Mut machen, anzupacken und sein Potenzial zu entfalten. „Wir wollen nicht darüber sprechen, was nicht möglich ist, sondern nur über das, was möglich ist“, so das Credo.

Klitschko-Managerin auf der Bühne

Das trifft auch auf Tatjana Kiel zu. Sie ist Geschäftsführerin von Klitschko Ventures und organisierte jahrelang deren Boxkämpfe. Seit dem Krieg in der Ukraine ist für die Hamburgerin alles anders. „Schon vier Wochen vor dem 24. Februar sagte Wladimir Klitschko zu mir, da wird was passieren, halt dich bereit.“ Und das tat sie. „Meine erste Frage war, was braucht ihr in zwei Wochen?“ Und so begann Kiel, Hilfsgüter zu organisieren. In den ersten zehn Tagen waren es 2800 Tonnen. „Ich wusste gar nicht, ob das nun viel oder wenig ist. Ich habe einfach weitergemacht.“

„Wladimir hat von Anfang an gesagt, seid laut“, berichtet Kiel. Deshalb zählt neben dem Hilfsgütertransport, der Beschaffung von Unterkünften in Deutschland und dem Spendenkonto auch das zu ihrer Aufgabe. Auf allen Kanälen laut darüber zu sprechen, damit die Menschen in der Ukraine nicht in Vergessenheit geraten. Denn die Spendenbereitschaft lasse nach. Aktuell seien die Mütter, die ihre Babys unter teils dramatischen Bedingungen zur Welt bringen, ein großes Thema. „Viele kommen zu früh zur Welt. Deshalb werden vor allem kleine Windeln und Pre-Milch benötigt.“

Emotionalität ausschalten

50 Menschen umfasst ihr Team derzeit. Alles Freiwillige oder Personen, die von Unternehmen gestellt werden. Wie sie mit den Emotionen umgeht? Kiel hat den Schalter umgelegt, hin zu einer rationalen Ebene. „Sonst wäre die Arbeit nicht möglich. Auch Routinen sind wichtig, um nicht panisch zu werden. Letztlich habe ich mich für den Mut entschieden.“

Das Female Future Festival fand zum bereits vierten Mal statt. <span class="copyright">vn/Paulitsch</span>
Das Female Future Festival fand zum bereits vierten Mal statt. vn/Paulitsch