Wieso in Vorarlberg kaum jemand den Strom- oder Gasanbieter wechselt

Markt / 10.05.2022 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger sind wenig wechselfreudig bezüglich ihres Energielieferanten. <span class="copyright">vn</span>
Die Vorarlberger sind wenig wechselfreudig bezüglich ihres Energielieferanten. vn

Vorarlberg weiterhin Schlusslicht im Bundesländervergleich.

Schwarzach 1526 Strom- und Gaskunden in Vorarlberg wechselten in den ersten drei Monaten des Jahres ihren Lieferanten. Das geht aus der aktuellen Marktstatistik der Energieregulierungsbehörde E-Control hervor.

Das sind etwas mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs, als sich 1391 Vorarlberger einen neuen Strom- oder Gaslieferanten gesucht hatten. „Die Vorarlberger bleiben damit weiterhin Schlusslicht, was die Wechselfreudigkeit betrifft. Von den 1526 Wechslern suchten sich 1151 Kundinnen und Kunden einen neuen Strom- und 375 einen neuen Gaslieferanten. Das sind Wechselraten von 0,5 Prozent bei Strom und 1,0 Prozent bei Gas“, sagt Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand des Strom- und Gasregulators E-Control.

E-Control Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. <span class="copyright">APA/E-CONTROL/GEORG WILKE</span>
E-Control Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. APA/E-CONTROL/GEORG WILKE

Österreichweit wechselten 93.713 Strom- und Gaskunden

Österreichweit haben im ersten Quartal 93.713 Strom- und Gaskundinnen und -kunden ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt. Dies umfasst sowohl Haushalte als auch Unternehmen. „Im Jahr 2019 hatten wir einen Rekord bei den Wechselzahlen. Seither sehen wir hier ein ziemliches Auf und Ab. 2020 wurde vor allem von der Pandemie bestimmt, seit einigen Monaten sind wir mit zum Teil hohen Steigerungen bei den Strom- und Gaspreisen konfrontiert. Vor allem bisher günstige Lieferanten können die massiven Preissteigerungen am Großhandelsmarkt kaum abfedern und geben diese an ihre Kundinnen und Kunden weiter. Einige Lieferanten haben sich vom Markt zurückgezogen, andere beschränken sich nur mehr auf das eigene Versorgungsgebiet. Dadurch gibt es derzeit auch kein Potenzial beim Wechsel des Strom- und Gaslieferanten, was sich wiederum in den Wechselzahlen widerspiegelt.“, erläutert Wolfgang Urbantschitsch aktuelle Zahlen aus der Marktstatistik.

Keine Änderung in Sicht

Und er ist davon überzeugt, dass diese Situation noch länger andauern wird. „Im heurigen Jahr rechnen wir mit keiner großen Entspannung bei den Energiepreisen. Frühestens im zweiten Quartal des nächsten Jahres könnte es hier wieder zu Erleichterungen kommen und damit dann hoffentlich auch wieder ein Lieferantenwechsel attraktiv werden.“

Günstig im Vergleich

Dass Vorarlberg auch in diesem Quartal Schlusslicht beim Lieferantenwechsel ist, ist nicht sehr überraschend. „Angesichts der nach wie vor vergleichsweise günstigen Angebote des dortigen Landesenergieversorgers sowohl für Bestands- als auch für Neukunden ist dies gerade derzeit kaum verwunderlich. Etliche Verbraucherinnen und Verbraucher fragen deshalb im Moment bei unserer Energie-Hotline nach dem Grund, warum nicht auch andere Lieferanten, die beispielsweise über ähnlich viel Wasserkrafterzeugung verfügen, zum Teil doch deutlich höhere Preise verlangen“, berichtet der Vorstand der E-Control, Alfons Haber, aus dem Alltag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der E-Control.

E-Control Vorstand Alfons Haber. <span class="copyright">APA/E-CONTROL/GEORG WILKE</span>
E-Control Vorstand Alfons Haber. APA/E-CONTROL/GEORG WILKE