Welche Gemeinde zur rechten Zeit geplant hat

Markt / 25.05.2022 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
V. l.: M. Kohlegger, R. Glockner, GF A. Melcher (Kelag Energie &amp; Wärme) , M. Freitag (Vorstand Kelag), Bgm. Fischer, Rauch (Rauch LFL) und Bernhard Kathrein. <span class="copyright">Fa</span>
V. l.: M. Kohlegger, R. Glockner, GF A. Melcher (Kelag Energie & Wärme) , M. Freitag (Vorstand Kelag), Bgm. Fischer, Rauch (Rauch LFL) und Bernhard Kathrein. Fa

Nahwärmenetz in Lustenau in erster Phase für 200 Bauten. illwerke vkw bauen Wärmenetz in Latschau.

Lustenau Am 2. April 2017 wurde im Lustenauer Rathaus gefeiert. Nach über 50 Jahren war das Jahrhundertprojekt Kanalisation fertiggestellt und endlich hatten alle Lustenauer Haushalte einen Anschluss. Fünf Jahre später stellte Bürgermeister Kurt Fischer neuerlich ein Projekt vor, das für die Marktgemeinde eine Zeitenwende bringen soll. Allerdings mit einem ambitionierteren Zeitplan.

Im Frühjahr 2024 soll mit dem Bau eines Biomasseheizwerks und dem Fernwärmenetz begonnen werden, bereits im Herbst des Jahres soll mit der Wärmelieferungen begonnen werden. Danach wird kontinuierlich ausgebaut, informiert der Geschäftsführer Adolf Melcher  vom Heizwerkbetreiber Kelag Energie & Wärme, das das Nahwärmenetz zusammen mit dem Lustenauer Biomassepionier Kurt Rauch (Rauch LFL) betreiben wird und zwischen zehn und 15 Millionen Euro investiert. “Es können auch 20 werden”, sagt er mit Blick auf die aktuelle Preissteigerungen.

Die Gemeinde, und das freut Fischer, beteiligt sich finanziell nicht an dem Unterfangen, sie hängt allerdings alle öffentlichen Gebäude ans Netz. Dass das Projekt jetzt gestartet werden kann – in einer Zeit, in der die Energieversorgung im Fokus steht – ist dem Umstand geschuldet, dass Lustenau schon viel früher raus aus Gas und öl wollte und bereits 2019 einen Energieraumplan erstellt hat, der auch international auf großes Interesse gestoßen ist. Mit Kelag und Rauch LFL wurden die idealen Partner gefunden: Die Kärntner, die bei Fernwärme zu den großen Anbietern in Österreich gehören, bauen im Baurecht auf dem Rauch LFL-Grundstück direkt neben dem Lagerplatz für den Brennstoff. Nahwärmenetz in Latschau ökologisches Vorzeigeprojekt

Nahwärmenetz in Latschau ökologisches Vorzeigeprojekt

Bregenz, Tschagguns Zeitgleich mit der Präsentation der Nahwärme Lustenau mit Partner Kelag und nach dem VN-Bericht von Mittwoch stellte illwerke vkw das eigene aktuelle Nahwärmeprojekt in Latschau vor. Der Landesenergiekonzern forciert dort “eine nachhaltige, effiziente und innovative Energieversorgung” des im Bau befindlichen Hotels, des Mitarbeitendenhauses sowie der Streusiedlung, darunter auch der Volksschule von Latschau.
Zwei wesentliche Systemkomponenten werden in Zukunft für Wärme in Latschau sorgen: eine Großwärmepumpe, die sich die Abwärme des angrenzenden Lünerseewerks zunutze macht und eine Biomasseanlage, die mit ihren natürlichen Rohstoffen vor allem in der kalten Jahreszeit eingesetzt wird.

Die Arbeiten am Heizwerk Latschau laufen bereits. <span class="copyright">FA</span>
Die Arbeiten am Heizwerk Latschau laufen bereits. FA