Welche Wälder Firma Dubai hilft, Energie zu sparen

Markt / 12.06.2022 • 18:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das neueste Großprojekt für Dubais Tourismus: Das Marsa al Arab-Hotel im Bur al Arab-Komplex bekommt einen Jachthafen, der von Photinus beleuchtet wird. <span class="copyright">Dubai Holding</span>
Das neueste Großprojekt für Dubais Tourismus: Das Marsa al Arab-Hotel im Bur al Arab-Komplex bekommt einen Jachthafen, der von Photinus beleuchtet wird. Dubai Holding

Großauftrag für Alberschwender Leuchtenhersteller. Autarke E-Bike-Ladestation entwickelt.

Alberschwende In den nächsten Wochen werden im Alberschwender Gewerbepark R 200 die Lichter erst spät ausgehen. Für die Mitarbeiter der Firma Photinus, die im Gewerbepark zwischen Alberschwende und Müselbach angesiedelt ist, heißt es Überstunden schieben. Am Donnerstag abend fiel der Startschuss für einen ganz besonderen Großauftrag.

Photinus produziert Solarleuchten, nicht irgendwelche, sondern ist Premiumhersteller in der Nische. Eine Nische die derzeit stark wächst. Energiewende und der Beschleuniger dieser Wende, der Ukrainekrieg, sorgen für einen Boom, erzählen der geschäftsführende Gesellschafter, Martin Keßler, und Vertriebsleiter Christian Stemer. Die Auftragsbücher sind voll und können auch abgearbeitet werden, was derzeit nicht selbstverständlich ist. “Wir haben die Lagerengpässe bereits im letzten Jahr kommen sehen und haben unser Lager entsprechend aufgefüllt”, erklärt Keßler.

Entwickeln und bauen die Leuchten im Land: Christian Stemer (l.) und Martin Keßler. <span class="copyright">VN/sca</span>
Entwickeln und bauen die Leuchten im Land: Christian Stemer (l.) und Martin Keßler. VN/sca

Zurück zum jüngsten Auftrag: Das Unternehmen wird den gerade im Bau befindlichen Hafen vor dem Jumeirah Marsa Al Arab-Hotels, das die Destination rund um das Bur al Arab, eines der luxuriösesten Hotels der Welt und mit einer Höhe von 321 Metern das höchste, komplettiert, beleuchten. Durchgesetzt haben sich die Lichtexperten aus dem Land gegen starke internationale Mitbewerber. Wobei “stark” relativ ist: Das Angebot von Photinus sei einzigartig. “Wir können jede einzelne Leuchte nach den Wünschen des Auftraggebers konfigurieren”.

In Dubai müssen die bestellten 270 Solareuchten nicht nur dem Sand trotzen. Auch das Salzwasser und Wüstenhitze setzen den Leuchten und ihrem Innenleben massiv zu. Photinus konnte punkten, weil die Firma bereits Leuchten in exponierter Lage im arabischen Raum installiert hat, die auch unter extremen Bedingungen friktionsfrei funktionieren. Die Leuchten, die mit internationalen Designpreisen ausgezeichnet wurden,  müssen in drei Woche ab Auftragsvergabe liefern, also noch im Juni, geliefert werden Ohne engagierte Mitarbeiter und einem intelligenten Produkt ließe sich der Termin nicht einhalten, so Stemer.

Konzentration auf DACH-Markt

Obwohl Leuchten des Unternehmens bereits in über 50 Ländern funktionieren und in Arabien einige aufsehenerregende Projekte umgesetzt wurden, liegt der Fokus von Photinus nach wie vor in der DACH-Region mit Schwerpunkt Schweiz und Deutschland. Am Heimatmarkt Österreich herrsche noch Zurückhaltung, so der Firmenchef. Doch auch in Österreich nehme das Interesse zu, verweist er auf den berühmten “Propheten im eigenen Land”, der sich zuerst woanders beweisen muss.

“Revolutionär und autark”

Neben den Aufträgen findet Photinus noch Zeit für die Entwicklung neuer Produkte. Bei der Leitmesse Light & Building im Oktober wird nichts weniger als “ein revolutionäres autarkes Energiekraftwerk” versprochen – eine solare E-Bikeladestation, “die überall dort zum Einsatz kommt, wo keine Stromversorgung vorhanden ist oder diese unwirtschaftlich in der Realisierung ist.” Alleine die erste Ankündigung sorgte für einen Anfragesturm, erzählt Stemer. Gedacht ist das “Kraftwerk” für Kommunen, Firmen, Berghütten oder andere frequentierte Orte, aufgrund der Konfigurationsmöglichkeiten “ist sie aber auch für Private attraktiv”, ergänzt Kessler.

2021 konnte der Umsatz auf sieben Millionen Euro gesteigert werden. Die Entwicklung verlangt auch räumlich Expansion. Deshalb wird das erst 2019 bezogene Firmengebäude zu klein, Photinus siedelt sich im Gewerbepark Pfeller in Dornbirn an, dort sollen auch weitere Arbeitsplätze entstehen. Derzeit arbeiten 17 Mitarbeiter im Unternehmen, werden könnten es, so Martin Keßler, rund 25. 

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