Jetzt wird‘s teuer

Markt / 21.06.2022 • 18:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Jetzt wird‘s teuer

Bregenz Bisher galt: Die Immobilienpreise steigen, die Zinsen für die Darlehen bleiben niedrig. Das hat sich jetzt geändert. Immobilienkredite waren lange Zeit günstig – sehr günstig. Je nach Zinsbindung stand bei den Zinsen häufig eine Eins vor dem Komma. Heute stehen da schon mal knapp 3 Prozent (10 Jahre) auf einem Finanzierungsangebot. Zu beobachten ist: Die Zinsen für Immobilienkredite steigen derzeit vergleichsweise schnell. Banken hoben ihre Zinssätze innerhalb weniger Wochen mehrmals deutlich an, was die monatliche Rate bei Finanzierungsanfragen massiv erhöht.

Würden sich Immobilienpreise wie Aktienkurse an den Börsen bilden, wären sie jetzt ins Schwanken geraten. Da dem nicht so ist, verharren Immobilienpreise erst einmal auf dem hohen Niveau. Zudem profitieren Sachwerte vorerst von einer steigenden Inflationsrate.

Jene, die mitten in einem Finanzierungsprozess stecken, sollten finalisieren. Wessen Zinsbindung in ein bis drei Jahren ausläuft, der sollte sich Gedanken über die Anschlussfinanzierung machen und im Zweifel können günstige Zinsen schon jetzt über ein Forward-Darlehen gesichert werden. In Panik sollte man nicht verfallen. Das Zinsniveau ist im langfristigen Vergleich immer noch niedrig und wir bewegen uns derzeit auf dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

karl-heinz.strube@hypovbg.at,
Karl-Heinz Strube, CEFA, CIIA, Leiter Asset Management bei der Hypo Vorarlberg Bank AG