Leuchtturm für Metropolitanraum

Markt / 27.06.2022 • 22:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Barbara Weber, Dekanin der School of Computer Science an der HSG. Thalmann
Barbara Weber, Dekanin der School of Computer Science an der HSG. Thalmann

Partnerschaft für Zukunftstechnologien zwischen Uni St. Gallen und Vorarlberg besiegelt.

St. Gallen Im Jahr 2006 erhielt der damalige Landeshauptmann Herbert Sausgruber von seinem Höchster Mitbürger Elgar Fleisch einen Vorschlag, der an diesem Montag in einer Vertragsunterzeichnung zwischen der weltweit renommierten Hochschule Sankt Gallen (Universität St. Gallen, HSG) und dem Land Vorarlberg gipfelte. Fleisch, Professor an der HSG, konnte am Montag nicht nur Glückwünsche entgegennehmen, er sah seine Idee auch endlich umgesetzt. Ab sofort ist Vorarlberg Standort eines HSG-Informatikinstituts in Dornbirn. Am Campus V wird ein Institut um zwei Assistenzprofessuren geschaffen, die zu „Big Data Infrastructures“ und „Embedded Sensing Systems“ lehren und forschen. 16 Jahre dauerten die Verhandlungen natürlich nicht – man wollte nicht einfach ein Institut gründen, so Wirtschaftslandesrat Marco Tittler, sondern es ging darum, das richtige Thema zu finden.

Mit dabei beim Festakt im hypermodernen Gebäude Square, das der weltweit anerkannten Wirtschaftsuni als Experimentierfeld für neue, zukunftsgerichtete Formen des Lernens und Lehrens dient, auch Unternehmen und Organisationen aus dem Land, die neben Land und illwerke vkw die Finanzierung von jährlich einer Million Euro für das „HSG-Institut für Computer Science“ am Campus V in Dornbirn ab dem kommenden Jahr für zehn Jahre gewährleisten. Ab sofort läuft die Ausschreibung für zwei Assistenzprofessuren, informiert Dekanin Barbara Weber. Für Geschäftsführung, sechs Doktorandenstellen und weitere Stellen steht über eine Laufzeit von zehn Jahren jeweils eine Million Euro jährlich zur Verfügung. 

Prof. Dr. Barbara Weber, Dekanin der School of Computer Science an der St. Galler Universität, wird das Projekt „Vorarlberg“ leiten. Sie berichtete anlässlich der Vertragsunterzeichnung über die nächsten Schritte nach der Ausschreibung der Assistenzprofessuren. Im Herbst soll die Infrastruktur inklusive Gremien und Geschäftsführung installiert werden, 2023 soll es dann in Vorarlberg losgehen.

Ziele sind die „anwendungsorientierte Grundlagenforschung und ein intensiver Wissenstransfer in unserer Region“, so Weber – eben die bereits genannten Bereiche „Big Data Infrastructures“ und „Embedded Sensing Systems“, der Austausch zum Nutzen aller beteiligten Partner, die Stärkung des Standortes Bodenseeregion. Ganz wichtig für die Vorarlberger Unternehmen ist die Chance, „einen Baustein zur Bewältigung des Fachkräftemangels zu erhalten“. Für den Präsidenten des Universitätsrates, Regierungsrat Stefan Kölliker, ist „die Kooperation ein erstes Leuchtturmprojekt des Metropolitanraums Bodensee“. Für die HSG freut sich Rektor Bernhard Ehrenzeller, „dass wir die regionale Verankerung der HSG damit grenzüberschreitend stärken und intensiver Wissenstransfer für die Region zu relevanten Themen erfolgt“. Landesrat Marco Tittler ist nicht weniger euphorisch: „Mit dieser Kooperation, in der die Interessen des Landes und der Vorarlberger Wirtschaft breit vertreten sind, stärken wir durch Forschung in Innovationsthemen das europaweit einzigartige Potenzial unserer Region.“ VN-sca

„Mit dieser Kooperation stärken wir das europaweit einzigartige Potenzial unserer Region.“

Rektor Prof. Dr. Bernhard Ehrenzeller, Präs. Stefan Kölliker, LR Marco Tittler, H. Mennel und Dr. Ch. Germann (illwerke vkw). VN
Rektor Prof. Dr. Bernhard Ehrenzeller, Präs. Stefan Kölliker,
LR Marco Tittler, H. Mennel und Dr. Ch. Germann (illwerke vkw). VN

Stichwort Kooperation

Finanzierung Land Vorarlberg,  illwerke vkw AG, Wirtschaftskammer Vorarlberg, Industriellenvereinigung sowie durch folgende Kooperationspartner: Alpla, F-Technologies, Gebrüder Weiss, Haberkorn, Heron, Raiffeisen Landesbank Vorarlberg, Rhomberg Gruppe und Zumtobel.

HSG Die Universität St.Gallen (HSG) gehört zu den führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas mit über 9000 Studierenden aus rund 90 Staaten, www.hsg.ch