Blum produziert bald auch in Kennelbach

Markt / 25.07.2022 • 19:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Angell-Demmel schlitterte 2010 in die Insolvenz. Den Standort in Kennelbach übernahm dann der französische Automobilzulieferer Faurecia.  vn
Angell-Demmel schlitterte 2010 in die Insolvenz. Den Standort in Kennelbach übernahm dann der französische Automobilzulieferer Faurecia.  vn

Beschlägehersteller mietet ehemaligen Faurecia-Standort.

Kennelbach Beschlägeproduzent Blum hat acht Werke in Vorarlberg. Der Standort Bregenz wurde gerade erweitert, in Gaißau ist die Fertigstellung eines Erweiterungsbaus kommendes Jahr geplant. Trotz aller Bautätigkeiten hat das Höchster Unternehmen zusätzlich sogenannte Außenstellen, an denen verschiedene Produktionsschritte abgewickelt werden, um die steigende Nachfrage an Beschlägen abdecken zu können.

Nun gibt es Pläne im ehemaligen Bug Alu-Gebäude in Kennelbach. Konkret mietet Blum die ehemalige Produktionsstätte des Autozulieferes Faurecia an. Das geht aus einer Kundmachung der Bezirkshauptmannschaft hervor. In den Hallen sollen Maschinen für die Herstellung von Möbelbeschlägen, vor allem für die Montage sogenannter Dämpfersysteme, aufgestellt werden.

Bis zu 200 Mitarbeiter

Zunächst sind verschiedene Baumaßnahmen und maschinentechnische Änderungen notwendig. Dazu wurde um eine Baubewilligung sowie eine gewerbebehördliche Betriebsanlagengenehmigung angesucht. Die Verhandlung findet am 8. September statt. Gearbeitet werden soll im Dreischichtbetrieb. Im Endausbau sollen in Kennelbach bis zu 200 Personen beschäftigt werden. In Stellenausschreibungen des Unternehmens wird der neue Standort bereits angeführt.

Die im Gebäude befindlichen Büroräumlichkeiten im östlichen Kopfbau und im Obergeschoss werden indes weiterhin vom Eigentümer des Areals, Gebrüder Weiss, genutzt.

Geschäftsführer Martin Blum bestätigt die Pläne. „Gebrüder Weiss hat uns kurzfristig ein Mietobjekt in Kennelbach angeboten, das wir ab sofort nutzen können. Wir verlagern ab Herbst Anlagen in diese Halle und schaffen so temporär zusätzliche Produktionskapazitäten auf einer Fläche von 11.800 Quadratmetern.“

Trübes Ende

Frei wurden die Produktionshallen, weil Faurecia den Standort in Kennelbach mit Jahresende 2021 dichtgemacht hat. 130 Mitarbeiter verloren damals ihren Job. Als Grund gab der französische Automobilzulieferer die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit sowie Überkapazitäten am Markt an. Produziert wurden Aluminium-Dekorelemente.

Die Schließung stand am Ende eines langen Hin und Her. Im Jahr 2008 begann Automobilzulieferer Angell-Demmel in Kennelbach zu produzieren. Nach dessen Insolvenz übernahm Faurecia 2011 die Standorte Lindau und Kennelbach. In Vorarlberg wurde die Mitarbeiterzahl zunächst verdoppelt, dann wieder abgebaut. 2018 verlagerte Faurecia wiederum 160 Arbeitsplätze von Lindau nach Kennelbach, weil das Werk dort geschlossen wurde, bevor es dann zum Schluss auch diesen Standort mit seinen Mitarbeitern traf. VN-reh

Das Areal, das ursprünglich Bug Alu Technik beherbergte, in Kennelbach. Mittlerweile gehört es Gebrüder Weiss. VN/Steurer
Das Areal, das ursprünglich Bug Alu Technik beherbergte, in Kennelbach. Mittlerweile gehört es Gebrüder Weiss. VN/Steurer
Martin Blum:
Martin Blum: “Schaffen temporär zusätzliche Produktionskapazitäten.”