Preissprung bei Erdgas nach Lieferstopp

Markt / 05.09.2022 • 22:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Russland lässt Pipeline Nord Stream 1 vorerst ruhen. OMV erhält 70 Prozent weniger Gas.

Frankfurt Der vorläufige Lieferstopp Russlands über die wichtige Pipeline Nord Stream 1 hat den europäischen Gaspreis am Montag nach oben schnellen lassen. Am Vormittag sprang der Preis des Terminkontrakts TTF für niederländisches Erdgas um etwa 72,5 Euro auf zuletzt 281 Euro je Megawattstunde. Das waren rund 35 Prozent mehr als am Freitag. Der TTF-Kontrakt wird häufig als Richtschnur für das europäische Preisniveau verwendet.

Unter Druck setzen

Ausschlaggebend für den Preissprung zum Wochenstart war, dass Russland seine Erdgaslieferungen über Nord Stream 1 bis auf Weiteres ruhen lässt. Als Grund gab der Konzern Gazprom technische Probleme in der Kompressorstation Portowaja an. Bis dieser behoben sei, könne kein Gas mehr fließen. Vermutet wird aber, dass Russland den Westen im Ukraine-Konflikt noch mehr unter Druck setzen will.

Dem widerspricht der Kreml und macht den Westen für die Einstellung der Gaslieferungen verantwortlich. „Wir sehen endlose Versuche, die Verantwortung für das Geschehen irgendwie auf uns abzuwälzen, wir weisen diese Versuche kategorisch zurück und bestehen darauf, dass der kollektive Westen – in dem Fall die EU, Kanada und Großbritannien – daran Schuld hat, dass die Situation am jetzigen Punkt angekommen ist“, so Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Zuvor fallende Preise

Dagegen waren die Erdgaspreise in der vergangenen Woche spürbar gefallen. Auslöser war, dass die Auffüllung der Erdgasspeicher in Europa schneller als geplant vonstatten geht. In den Monaten zuvor waren die Preise jedoch sehr stark gestiegen. Ende vergangenen Jahres hatte Erdgas noch weniger als 100 Euro je Megawattstunde gekostet.

30 Prozent für OMV

In Österreich kommt nach dem erneuten Stopp russischer Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 nun wieder etwas weniger Gas an. „Wir erhalten derzeit rund 30 Prozent der nominierten Mengen am Knoten Baumgarten“, sagt ein Sprecher des Wiener Öl- und Gaskonzerns OMV. Vor der Wartung der wichtigen Ostsee-Pipeline waren es etwa 40 Prozent der bestellten Mengen.