Das passiert in Vorarlberg im Falle eines Blackouts

Markt / 20.09.2022 • 16:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das passiert in Vorarlberg im Falle eines Blackouts

Am Mittwoch tagt erstmals der Krisenstab Energie im Landhaus. Doch was passiert im Worst Case, dem Blackout?

Bregenz, Vandans Am Mittwoch tritt in Bregenz zum ersten Mal der Krisenstab Energie zusammen. Mindestens bis zum Frühjahr wird er ein wachsames Auge auf die Energieversorgung in Vorarlberg legen. Neben der durch die russische Energiepolitik denkbar gewordenen Energiekrise droht im Hintergrund die Furcht vor einem Blackout.

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Grundsätzlich muss man wissen, dass die Stromversorgung in Europa praktisch über ein gemeinsames Stromnetz geschieht, so stark verknüpft sind die nationalen Systeme. Es muss immer so viel Strom produziert werden, wie auch verbraucht wird. Ob dies gelingt, erkennen die Stromversorger an der Netzfrequenz: In Europa liegt die Norm bei 50 Hertz. Fällt die Frequenz, wird weniger Strom erzeugt als benötigt wird und die Kraftwerke erhöhen ihre Leistung und umgekehrt.

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Die Herausforderungen an die europäische Stromsystemstabilität sind vielfältig: Durch den Ausbau der erneuerbaren Energie wird Energie immer mehr abseits der Verbrauchszentren produziert. So entsteht die Windenergie beispielsweise an der deutschen Küste, die Industrieschwerpunkte sind jedoch in Süd- und Westdeutschland. Und gerade in Deutschland fehlen die starken Transportverbindungen zwischen Nord und Süd, wie illwerke-vkw-Vorstand Christof Germann im Sommer bei der Veranstaltung “Strom Blackout Vorarlberg – Was heißt das für mein Unternehmen?” betonte. Ein Blackout lässt sich daher nie gänzlich ausschließen.

Insel Vorarlberg

Doch wie würde Vorarlberg auf einen Blackout reagieren? Bei einem Blackout kommt es aufgrund eines unerwarteten Ereignisses wie dem Ausfall von Kraftwerken oder großer Umspannwerke zu großen Frequenzveränderungen und einem überregionalen Netzzusammenbruch. Bei den illwerken vkw beginnen zwei Krisenstäbe mit dem Aufbau einer Insellösung: Der Krisenstab in Rodund bereitet die Kraftwerke auf den Betrieb vor, der Krisenstab in Bregenz trennt das Vorarlberger Netz aus dem europäischen Verbund.

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Eckpfeiler für die Stromversorgung Vorarlbergs werden die Rodundwerke und Lünersee sein. “Die Kraftwerksleistung, die wir für den Netzwiederaufbau in Vorarlberg reserviert haben, ist mehr als ausreichend”, versichert Germann im Juni. Zuerst werden die drei großen Umspannwerke des Landes in Bürs, Meiningen und Werben mit Energie versorgt. Sobald diese stabilisiert sind, werden nach und nach die 23 110-kV-Umspannwerke ans Netz genommen. “Wir müssen schauen, dass das System keine zu großen Schwankungen erlebt”, erinnert Germann bei der Veranstaltung an die Rolle der Netzfrequenz. Um diese stabil und unter Kontrolle zu behalten, können nicht alle Umspannwerke gleichzeitig wieder mit Energie versorgt werden.

Dieser Aufbau der Insel würde voraussichtlich etwas mehr als zwölf Stunden in Anspruch nehmen. Danach wird die Energieversorgung Vorarlbergs von folgenden Faktoren abhängen: “Es kommt darauf an, wie viel Wasser in den Stauseen ist und wie wir damit schlussendlich umgehen”, betont Germann. Bei geringen Wasserständen oder der Gefahr, dass die Insel über längere Zeit betrieben werden muss, könnte eine Strommangellage entstehen.

Eckpfeiler für die Stromversorgung Vorarlbergs werden die Rodundwerke und Lünersee (im Bild) sein. <span class="copyright">VN</span>
Eckpfeiler für die Stromversorgung Vorarlbergs werden die Rodundwerke und Lünersee (im Bild) sein. VN

Eine Strommangellage ist im Gegensatz zum Blackout vor allem ein Thema für die Politik. Schließlich muss entschieden werden, wer wann wieviel Energie zur Verfügung gestellt bekommt. Federführend ist hier jedoch nicht das Land Vorarlberg, sondern das Energieministerium in Wien. Welche Verordnungen dort für diesen Fall vorbereitet in den Schubladen liegen, weiß jedoch niemand.

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