Hydro schnallt Gürtel vorsorglich enger

Markt / 27.09.2022 • 20:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Produktion von Hydro Nenzing: Die Herstellung von Strangpressprofilen aus Aluminium ist energieintensiv. hydro
Die Produktion von Hydro Nenzing: Die Herstellung von Strangpressprofilen aus Aluminium ist energieintensiv. hydro

In einzelnen Bereichen werden Schichten herausgenommen.

nenzing Der zur norwegischen Firmengruppe Norsk Hydro gehörende Aluminium-Strangpressprofilhersteller Hydro Nenzing registriert in den vergangenen Wochen einen spürbaren Rückgang bei den eingehenden Bestellungen. „Wir kommen aus einem sehr stark verlaufenen ersten Halbjahr 2022, das getrieben war von der Angst von Versorgungsengpässen. Deshalb haben die Kunden bislang ihre Lager gefüllt“, so Johannes Bischof, Mitglied der Hydro-Nenzing-Geschäftsleitung.

Schnelle Wandlung

Über die Sommermonate habe diese Situation jedoch eine „enorm schnelle Wandlung“ erfahren hin zu einer ungewissen Zukunft. „Der Auftragseingang ist derzeit schwach. Die Kunden fahren offenbar ihre Lagerbestände herunter, auch um ihre Liquidität zu sichern“, so Bischof. Wie viel dieses Rückganges der Normalisierung des hohen Lagerbestandes geschuldet sei und wie viel der Abkühlung des Marktes, könne man derzeit noch nicht sagen. „Bis zum Jahresende dürfte der Lagereffekt abklingen. Dann bekommen wir mehr Klarheit über die Situation am Markt.“

Produktionsmenge sinkt

Bei Hydro Nenzing rechne man jedenfalls damit, dass die produzierte Menge an Strangpressprofilen heuer um etwa fünf Prozent auf rund 42.000 Tonnen zurückgehen könnte. Intern wurden nun erste Maßnahmen ergriffen. So sei die eine oder andere Schicht in einzelnen Bereichen gestrichen worden. Gleichzeitig sei damit begonnen worden, die Belegschaft innerhalb der unterschiedlich betroffenen Abteilungen zu verschieben. Hydro Nenzing profitiere dabei von vollen Zeitkonten und vielen Überstunden beim Personal, die man nun abbauen könne. Das Unternehmen beschäftigt 500 Mitarbeiter.

Preise werden steigen

Die Herstellung als auch die Verarbeitung von Aluminium ist bekanntlich sehr energieintensiv. Je nach Segment, Referenzzeitpunkt und Vereinbarung müssen Kunden deshalb mit teils „spürbaren Preiserhöhungen“ rechnen, die mitunter schon umgesetzt worden seien.

Johannes Bischof, Mitglied der Hydro-Geschäftsleitung. Sillaber
Johannes Bischof, Mitglied der Hydro-Geschäftsleitung. Sillaber

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