Entsorger Böhler: “Verzichten auf Preiserhöhungen”

Markt / 28.09.2022 • 18:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Geschäftsführer Christian Böhler verzichtet auf Preisanpassungen. wkv
Geschäftsführer Christian Böhler verzichtet auf Preisanpassungen. wkv

Anpassungen in Entsorgungsbranche kann Unternehmer nicht nachvollziehen.

Feldkirch Der Abfallentsorger Böhler hat im laufenden Geschäftsjahr 2022 abgesehen von einer Preisanpassung zu Jahresbeginn bislang keine weiteren Erhöhungen durchgeführt. Geschäftsführer Christian Böhler geht davon aus, dass es auch bis Jahresende zu keinen kommen wird. “Es sei denn, es geschieht etwas völlig Unerwartetes”, so Böhler.

Dass er diese Preispolitik verfolgen könne, hänge vor allem damit zusammen, dass das Unternehmen in der Regel eine ausgeprägte regionale Nähe zu seinen Kunden (“Input”) und Abnehmern (“Output”) habe. “Wir sind zwar auch von den höheren Dieselkosten betroffen. Allerdings wäre dafür angesichts der Struktur der Gesamtkosten bei der Abholung eine theoretische Erhöhung um 0,4 Prozent notwendig”, erklärt Böhler. Auf die Weitergabe dieser überschaubaren Kostensteigerung habe man verzichtet. Auch bei den Transportkosten zu den Abnehmern von Böhler wären Preiserhöhungen von unter einem Prozent theoretisch angebracht. “Das können wir noch selbst tragen.”

Die eine oder andere Preiserhöhung in der Abfall- und Entsorgungswirtschaft in Österreich sei für ihn nicht immer nachvollziehbar. “Das gilt aber auch für manche Betriebe außerhalb der Branche. Offenbar ist da doch der eine oder andere Glücksritter dabei, der die allgemeine Stimmung für Preiserhöhungen ausnutzen möchte, obwohl seine Kosten nicht im gleichen Ausmaß gestiegen sind.” In Vorarlberg seien die Preise unterdessen stabil geblieben.

Für 2023 geht Christian Böhler aber von nicht mehr zu vermeidenden Preiserhöhungen aus. Das bringe schon allein die zu erwartende Erhöhung der Löhne und Gehälter mit sich.

Die Böhler Abfall GmbH ist auf die Entsorgung und Verwertung von gefährlichen Stoffen wie Farben, Lacke, Öle, Säuren oder Laugen spezialisiert. Dazu kommen Abfälle aus der Abwasseraufbereitung. Bei den Mengen merke man nun seit etwa zwei bis drei Wochen eine Veränderung. “Wir haben den Eindruck, als ob die Mengen bei den Großkunden in Vorarlberg tendenziell rückläufig sind. Für eine klare Aussage ist es jedoch zu früh.”

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