Turbo für die Qualifikation

Markt / 04.10.2022 • 18:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gemeinsame Gesellschaft für Qualifizierung: AK-Vize Bernhard Heinzle, LH Wallner, LR Tittler. <span class="copyright"> VLK/Serra</span>
Gemeinsame Gesellschaft für Qualifizierung: AK-Vize Bernhard Heinzle, LH Wallner, LR Tittler.  VLK/Serra

Arbeiterkammer und Land verstärken Bemühungen um zielgerichtete Ausbildung.

Bregenz, Feldkirch „In Wahrheit ist der Arbeitsmarkt ausgetrocknet“, stellt Landeshauptmann Markus Wallner mit Blick auf die gerade veröffentlichen Zahlen des Arbeitsmarktservice fest. Gleichzeitig sieht er auch die dunklen Wolken, die das Wirtschaftswachstum in absehbarer Zeit zu verlangsamen drohen. Zwei Zeichen dafür, dass nun alle Arbeitsmarktreserven mobilisiert werden sollten: Zum einen gibt es, wie die VN berichtete, derzeit über 5600 offene Stellen im Land, zum anderen ist eine fundierte Aus- oder Weiterbildung die beste Voraussetzung dafür, dass man auch in schwierigen Zeiten am Arbeitsmarkt reüssiert.

Potenziale ausschöpfen

Deshalb haben Arbeiterkammer Vorarlberg und Land Vorarlberg nun eine gemeinsame Firma gegründet, die das Potenzial ausschöpfen sollen: Z. B. Frauen, die zwar über ein hohes Bildungsniveau verfügen, aber z. B. wegen der fehlenden Kinderbetreuung nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen, oder Jugendliche nichtdeutscher Muttersprache, die oft als Hilfsarbeiter arbeiten, statt eine Ausbildung zu machen. Und auch Fachkräfte aus dem Ausland sollen das demographische Loch auffüllen, das den Mitarbeiter- und Fachkräftemangel langfristig zur Normalität macht, wie eine Studie des WIFO belegt. Eine Rekrutierungskampagne sei in Vorbereitung.

Aber zurück zur neu errichteten Die Fördergesellschaft für den Arbeitsmarkt Vorarlberg GmbH: Sie soll nicht die Qualifizierungsinitiativen des AMS ersetzen, es soll ergänzen und, so Landeshauptmann Markus Wallner und Wirtschaftslandesrt Marco Tittler, früher ansetzen – nicht erst, wenn man arbeitslos sei, sondern schon davor. „Das Angebot richtet sich an alle Vorarlbergerinnen und Vorarlberger“, betont AK-Vizepräsident Bernhard Heinzle, „hier werden künftig all ihre Fragen rund um Höherqualifizierung kostenlos beantwortet.“ Mehr noch: Die Gesellschaft wird zudem Drehscheibe sein für alle Einrichtungen am Arbeitsmarkt, wenn es um die Entwicklung und Realisierung arbeitsmarktpolitischer Initiativen geht. „Denn uns allen ist klar: Die Attraktivität des Standorts Vorarlberg steht und fällt mit der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte.“

Bis Jahresbeginn soll die Gesellschaft ins Tun kommen, so Heinzle, der auf den einfachen digitalen Zugang zu der Beratung hinweist. „Da kann man sich abends im Wohnzimmer mit seinen individuellen Wünschen das richtige Angebot suchen“.

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