Hier zahlen Spontan-Skifahrer mehr als Frühbucher

Markt / 05.10.2022 • 09:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Viele Skigebiete setzen bereits auf ein dynamisches Preismodell.
Viele Skigebiete setzen bereits auf ein dynamisches Preismodell.

Wie in Sölden, Gastein oder St. Moritz: Preise sollen sich künftig an Nachfrage orientieren.

Schwarzach Bei Flügen oder Hotels kennt man „Dynamic Pricing“ bereits. Je höher die Nachfrage, beispielsweise zu Ferienzeiten, desto höher der Preis.

Nun führen auch die Bergbahnen im Skipool Montafon-Brandertal mit Beginn der Wintersaison 2022/23 ein dynamisches Preismodell bei Tages- und Mehrtagestickets ein.

Frühbucher im Vorteil

Details will man erst in der kommenden Woche bekannt geben. Zumindest steht aber fest, dass man weniger für sein Ticket bezahlt, je früher man bucht. Der Skifahrer, der im Vorfeld über den Webshop online bucht, bekommt den besten Preis, heißt es von den Bergbahnen. Auch vor Ort am Schalter kann man sein Ticket weiterhin erwerben, allerdings dann zu höheren Preisen. Spontan-Skifahrer zahlen also letztlich mehr als Frühbucher.

Skifahren unter der Woche soll attraktiver werden. <span class="copyright">VN/Lerch</span>
Skifahren unter der Woche soll attraktiver werden. VN/Lerch

Erhoffter Nebeneffekt: Durch die Steuerung des Preises über die Nachfrage soll die Auslastung innerhalb des Winters optimiert werden. Skifahren in den Nebensaisonen und unter der Woche soll attraktiver werden.

Generell soll es einen Basispreis geben, der sich aufgrund verschiedener Faktoren ändern kann – je nach Nachfrage und Anzahl der Buchungen. Genauso hängt es von der Ferienzeit oder der Wetterprognose ab. Der im Webshop angezeigte Preis sei für den jeweiligen Tag aber immer der bestmögliche. Das heißt, er könne nicht mehr ­sinken.

Dieses Preismodell gilt im Skipool Montafon-Brandnertal nur für Tages- und Mehrtageskarten. Die Saisonkarte kostet im Vorkauf 595 Euro (rund acht Prozent mehr als im Vorjahr), ab 9. Dezember dann 774 Euro.

St. Moritz hat bereits ein dynamisches Preismodell. <span class="copyright">afp</span>
St. Moritz hat bereits ein dynamisches Preismodell. afp

Großer Preisunterschied

Das dynamische Preismodell hat in Österreich mit den Bergbahnen Sölden und Gurgl (Tirol) sowie Gastein (Salzburg) bereits Vorreiter. Auch hier steckt die Idee dahinter, den Andrang zu beliebten Zeiten zu reduzieren und die Attraktivität von Randzeiten zu steigern. In der Schweiz ist das Modell weit verbreitet. Wie hoch der preisliche Unterschied sein kann, zeigt sich am Beispiel St. Moritz. Wer aktuell online ein Tagesticket für den 2. Jänner 2023 bucht, bezahlt 80 Schweizer Franken. Fährt man am 5. Jänner Ski, sind es noch 45 Franken, also knapp 44 Prozent weniger.

Auch die Bergbahnen Sölden haben dynamische Preise. <span class="copyright">reuters</span>
Auch die Bergbahnen Sölden haben dynamische Preise. reuters

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