Eine Hittisauerin kocht in München auf

Markt / 07.10.2022 • 08:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dass Sigi Schelling ausgezeichnet kocht, wissen anspruchsvolle Esser schon lange, im eigenen Restaurant hat sie aber nochmals zugelegt, so Gäste und Kritiker. <span class="copyright">Fotos Rumpf</span>
Dass Sigi Schelling ausgezeichnet kocht, wissen anspruchsvolle Esser schon lange, im eigenen Restaurant hat sie aber nochmals zugelegt, so Gäste und Kritiker. Fotos Rumpf

Vorarlbergerin mit Restaurant in München wurde zu Deutschlands Köchin des Jahres gewählt.

München, Hittisau Der Eröffnungstermin war gewagt. Die aus Hittisau stammende Köchin Sigi Schelling eröffnete im Frühsommer 2021 in München ihr erstes eigenes Lokal – zu einer Zeit als längst nicht klar war, wie sich die Coronapandemie entwickelt. Schelling hatte den Mut, das Selbstvertrauen und einen hervorragenden Ruf. Sie übernahm, nachdem sie nach rund zehn Jahren an der Seite von Sternekoch Hans Haas im legendären Feinschmeckertempel Tantris ebenfalls den Kochlöffel nahm, den Werneckhof in der bayerischen Metropole und machte ihn zum Pilgerziel.

Hummer nach Art von Schelling - Konzentration auf das Wesentliche, kein Schnickschnack auf dem Teller.
Hummer nach Art von Schelling - Konzentration auf das Wesentliche, kein Schnickschnack auf dem Teller.

Haas wechselte in den Ruhestand, die Tantris-Eigentümer wollten neue Wege gehen, Schelling ebenfalls. Und den ist sie gegangen. Die deutsche Gourmetbibel „Der Feinschmecker“ spricht von „einem einzigen Triumphzug. Und dieser gipfelt jetzt in der Auszeichnung „Köchin des Jahres“ in Deutschland für die Hittisauer Ausnahmeköchin, die kur zuvor schon ihren ersten Stern im  Guide Michelin erhielt.

Die Hittisauerin in ihrem Restaurant: Zum Hinsetzen hat sie freilich selten Zeit.
Die Hittisauerin in ihrem Restaurant: Zum Hinsetzen hat sie freilich selten Zeit.

Die Begründung der Juroren: “In einer Branche, die immer mehr von Äußerlichkeiten diktiert wird, besinnt sich hier eine Gastronomin mit Leib und Seele auf das, was ihren Beruf ausmacht. Sie kocht einfach gut. Und zwar herausragend gut. Sie versteht sich auf punktgenaues Abschmecken, ihre Kreationen sind frei von modischen Effekten, setzen nur auf Wohlgeschmack”.

Gelernt hat Sigrid Schelling das Kochen im Ochsen in Hittisau, dann arbeitete sie für neun Jahre bei Thomas Scheucher im Restaurant Guth, bevor sie in die Welt hinauszog und Praktika u. a. beim Dornbirner Spitzenkoch Dieter Koschina und im Tantris machte. 2006 zog sie dann in die Küche des Tantris ein, wo sie bereits nach einem Jahr Sous-Chefin wurde. Schelling hat ihre Wurzeln nie vergessen, im Gegenteil. Fleisch und andere gute Lebensmittel aus dem Bregenzerwald stehen jetzt auf der Speisekarte ihres Werneckhofes.

werneckhof-schelling.de, (Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, feinschmecker.de,, guide.michelin.com/de

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