Fairness spielt im Job große Rolle

Markt / 07.10.2022 • 17:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Christoph Staudacher, Sabine und Ingo Hämmerle (s versicherung).
Christoph Staudacher, Sabine und Ingo Hämmerle (s versicherung).

Verhaltensökonom Matthias Sutter bei „Unternehmer:in sein heute“ im Firmament Rankweil.

Rankweil Der Fachkräftemangel zieht sich praktisch durch alle Unternehmen. Daher war es für die zahlreichen Firmenvertreter interessant zu erfahren, wie Menschen im Arbeitsleben ticken und was sie bewegt, in Unternehmen einzutreten und auch zu bleiben. Einer, der sich mit dieser Thematik seit vielen Jahren befasst, ist Verhaltensökonom Matthias Sutter, der als Gast bei „Unternehmer:in sein heute“ interessante Einblicke in die Gefühlswelt der Arbeitnehmer gab. Und seine empirischen Forschungen auf diesem Gebiet waren mit Überraschungen bestückt. Oder wer hätte gedacht, dass Belohnungen bei jungen Menschen auch einen gegenteiligen Effekt auslösen können? So wurde der an den Unis Köln und Innsbruck lehrende Harder von einer deutschen Handelskette beauftragt, eine Studie durchzuführen. Darin sollte eruiert werden, wie Auszubildende mit zusätzlichem Geld bzw. Urlaubstagen reagieren, wenn sie dafür keine Fehltage aufweisen. „Die Zahl der Abwesenheit stieg sogar“, so das nicht erwartete Ergebnis. Der Grund sei ein Akt der Fairness. „Ich verzichte darauf, also kann das Unternehmen auch mal auf was verzichtet“, erklärt Sutter. Fairness spielt im Arbeitsleben generell eine bedeutende Rolle. So brachte eine andere Studie zutage, dass Leistungsbereitschaft und Einsatz von Mitarbeitern stark sinken, wenn Kollegen unfair behandelt werden. Auch wenn man selbst gar nicht davon betroffen ist.

Mitarbeiterempfehlungen

Eine wichtige Frage für Führungskräfte ist, wie es überhaupt gelingt, Menschen für einen Job zu begeistern. Hilfreich kann ein Mitarbeiterempfehlungs-Programm sein. „Personen, die über Empfehlungen in ein Unternehmen kommen, werden im Schnitt schneller eingestellt, sind besser qualifiziert und bleiben länger im Betrieb“, hat der Verhaltensökonom festgestellt. Der Haken: „Meist werden nur sehr wenige offene Stellen durch Empfehlungen besetzt.“ Hier könnten Firmen also noch durchaus ansetzen. Seit der Pandemie ist auch Homeoffice im Trend. Von der Mehrheit der Beschäftigten wird dies auch geschätzt. Mehrere Studien haben jedoch auch negative Effekte gezeigt, was die Karriere betrifft. Die Wahrscheinlichkeit, befördert zu werden, ist durch Homeoffice geringer. CRO

Luise, Margarethe und Richard Lingg (Firma Nubesso).
Luise, Margarethe und Richard Lingg (Firma Nubesso).
Anton Steinberger (Sparkasse Feldkirch) und Klaus Baldauf (Nägele Bau).
Anton Steinberger (Sparkasse Feldkirch) und Klaus Baldauf (Nägele Bau).
Sandra Gächter und Gerald Lerch (Lerch Biz).
Sandra Gächter und Gerald Lerch (Lerch Biz).
Alt-Bürgermeister Lothar Ladner und Arno Sprenger (Sparkasse Bludenz).
Alt-Bürgermeister Lothar Ladner und Arno Sprenger (Sparkasse Bludenz).
Martin Jäger (Sparkasse), Alexander Meier (Wiener Städtische), Moderatorin Hanna Reiner (VN), Referent Matthias Sutter und Harald Giesinger (Sparkasse).
Martin Jäger (Sparkasse), Alexander Meier (Wiener Städtische), Moderatorin Hanna Reiner (VN), Referent Matthias Sutter und Harald Giesinger (Sparkasse).
Caterer und Firmament-Hausherr Ernst Seidel mit Doris Nußbaumer, Jeanette Moosbrugger und Graziella Hefel (alle Hefel Immobilien).
Caterer und Firmament-Hausherr Ernst Seidel mit Doris Nußbaumer, Jeanette Moosbrugger und Graziella Hefel (alle Hefel Immobilien).
Matthias Sutter hat sich in seiner Forschung intensiv mit menschlichen Verhaltensmustern beschäftigt. vn/Paulitsch
Matthias Sutter hat sich in seiner Forschung intensiv mit menschlichen Verhaltensmustern beschäftigt. vn/Paulitsch

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