Von TINA zu TARA

Markt / 07.10.2022 • 19:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Von TINA zu TARA

Dornbirn Die Renditen bei den Anleihen sind zurück – allerdings zu Lasten der diesjährigen Performance im Rentenbereich. So büßten beispielsweise die als sicher geltenden und mit hoher Bonität versehenen US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit zwischen fünf und zehn Jahren in den ersten drei Quartalen rund 15 Prozent ein. In den letzten 45 Jahren stellt dies den größten Kursverlust innerhalb der ersten neun Monate eines Jahres dar und ist auf die rekordverdächtigen Zinsanhebungen in den Vereinigten Staaten zurückzuführen. Anleihen mit größerem Ausfallrisiko, so genannte Hochzinsanleihen auf globaler Ebene, verloren zusätzlich auf Grund von Spread-Ausweitungen deutlich an Wert und notieren zum Ende des dritten Quartals circa 18 Prozent tiefer als noch zu Beginn des Jahres.

Angesichts der Niedrigzinspolitik an den Kapitalmärkten hielt sich viele Jahre das Credo TINA (There is no alternative), welches die Aktienmärkte lange Zeit unterstützte. Anstelle von TINA hört man nun immer häufiger den Namen TARA, welcher für „There are reasonable alternatives“ steht. Dies bedeutet, dass es derzeit wieder vernünftige Alternativen zu den Aktien gibt. Plakativ ein Beispiel dazu: In den letzten Wochen ist die Verzinsung für 10-jährige US-Staatsanleihen auf über vier Prozent auf die Restlaufzeit gestiegen und erreichte somit den höchsten Wert seit dem Jahr 2008. Auch die Renditen der 10-jährigen Deutschen Bundesanleihen erreichten wieder die Marke von über 2 Prozent. Zu Beginn des Jahres notierten diese noch im negativen Bereich. Die starken Zinsanhebungen sowie die Ausweitungen bei den Spreads bieten nun risikoaversen Investoren wieder attraktivere Einstiegsniveaus für defensivere Anlagestrategien.

Clemens Lengauer, Leiter Vermögensverwaltung, Volksbank Vorarlberg e. Gen.

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