Ein Mieter, wie man ihn sich wünscht

Markt / 13.10.2022 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Verwaltung, Entwicklung, Produktion und Logistik entstehen in Mäder.  <span class="copyright">FA</span>
Verwaltung, Entwicklung, Produktion und Logistik entstehen in Mäder.  FA

47 Millionen-Euro Projekt: Dentaltechnologie-Unternehmen Amann Girrbach konzentriert Standorte in Mäder.

Mäder, Koblach Das Dentaltechnologie-Unternehmen Amann Girrbach ist das, was man einen Hidden Champion nennt. Doch zu übersehen wird das Unternehmen, das noch in Koblach seinen Sitz hat, bald nicht mehr sein.

Am Donnerstag erfolgte der Spatenstich für das neue Hauptquartier des weltweit tätigen Technologie-Anbieters für Zahnlabore und Zahnarzt-Praxen an der Schweizerstraße in Mäder. Ende 2023 ist der Einzug geplant. Alle Vorarlberger Standorte, von Fertigung und Lager über Forschung und Entwicklung bis hin zu Administration und Training, die noch auf die Gemeinden Koblach, Rankweil, Nüziders und Götzis verteilt sind, werden künftig in den insgesamt rund 20.000 Quadratmeter umfassenden Räumlichkeiten und Hallen untergebracht sein.

Amann Girrbach mietet

47 Millionen Euro werden investiert. Nicht von Amann Girrbach, sondern von der Garbe Industrial Real Estate GmbH in Hamburg, die das Gebäude errichtet und an Amann Girrbach vermietet. Es ist das erste Projekt des europaweit tätigen Immobilienentwickler in Vorarlberg und Geschäftsführer Jan Dietrich Hempel ist von seinem “Mieter, wie man ihn sich wünscht” und dessen wirtschaftlichen Perspektiven überzeugt.

Spatenstich Oktober 2022: Fertigstellung Ende 2023.
Spatenstich Oktober 2022: Fertigstellung Ende 2023.

Beim Spatenstich am Donnerstag hob er auch hervor, dass Amann Girrbach in Sachen Nachhaltigkeit die gleichen hohen Ziele verfolge. Amann-Girrbach-CEO Wolfgang Reim: „Wir haben uns zum langfristigen Ziel gesetzt, den CO2-Fußabdruck von Amann Girrbach auf null zu verringern. Mit dem neuen Standort machen wir nun einen großen Schritt in diese Richtung“. Ein Schritt, der auch für Mitarbeiter sehr wichtig ist, wie Reim betont. 350 werden vorerst ihren neuen Arbeitsplatz in Mäder beziehen, aber in den nächsten Jahren soll der Mitarbeiterstand entsprechend der Firmenentwicklung weiter aufgestockt werden.

Gold-Standard

„Das Gebäude wird mit einer der größten Photovoltaik-Anlagen Vorarlbergs ausgestattet sein, die eine Leistung von bis zu 1,15 MWp – Megawatt peak – erbringt. Für die Heizung des Gebäudes greifen wir auf die Wärme der Sinteröfen zurück und die Wärmepumpen funktionieren mit Grundwassernutzung. Mit dem geplanten Gründach soll zudem die Biodiversität gefördert werden“, erläutert Georg Vallaster, Geschäftsführer von Goldbeck Rhomberg, die bauliche und technische Vorgabe, die das auf Industrie- und Gewerbebau spezialisierte Vorarlberger Unternehmen bis Ende 2023 erfüllen wird. Ziel ist der Gold-Standard der deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.

Goldstandard beim Bau des neuen Hauptquartiers: Begrünte Dächer.
Goldstandard beim Bau des neuen Hauptquartiers: Begrünte Dächer.

Glücklich über die Ansiedlung ist schließlich auch Mäders Bürgermeister Rainer Siegele, der mit dem Unternehmen einen neuen größten Steuerzahler bekommt. Er hat dafür gesorgt, dass für die Fläche von 22.000 Quadratmeter 30 Grundstückseigentümer „zusammengelegt“ haben. Einspruch gab es keinen, berichtet er beim Spatenstich, bei dem auch Wirtschaftslandesrat Marco Tittler Investition und Standorttreue des Hightechunternehmens hervorhob.

Stichwort

Die Garbe Industrial Real Estate macht das, was in der Hotelbranche schon lange Usus ist. Seit mehr als 30 Jahren entwickelt, kauft, verkauft, akquiriert, vermietet verwaltet und finanziert das Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg Gewerbeimmobilien an attraktiven Standorten. Mit rund 5,3 Millionen Quadratmetern Mietfläche und einer Projektentwicklungspipeline von rund 2,2 Millionen Quadratmetern in Europa betreut Garbe Immobilien und Fondsvermögen im Wert von rund 10,3 Milliarden Euro.

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