Bei Ländle Pellets ist man entspannt

Markt / 20.10.2022 • 22:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bernd Hagen, geschäftsführender Gesellschafter. vn
Bernd Hagen, geschäftsführender Gesellschafter. vn

Mehrere nachprüf­bare Gründe für massive Preisanstiege.

Dornbirn Gestern wurde bekannt, dass es Hausdurchsuchungen der Bundeswettbewerbsbehörde bei Pelletsherstellern und -händlern in Tirol, Kärnten und Wien aufgrund möglicher Preisabsprachen gab. Laut Bernd Hagen, Geschäftsführer von Ländle Pellets, sei er bis dato nicht von der BWB kontaktiert worden. Auch Hausdurchsuchungen habe es bislang nicht gegeben. Sollte sich die BWB melden, so sei man bei Ländle Pellets „tiefenentspannt“. Es gebe mehrere nachprüfbare Gründe für die teils massiven Preissteigerungen bei Pellets. Dafür seien keine Preisabsprachen notwendig.

Internationale Faktoren

Hagen nennt die EU-Sanktionen gegen Russland und Weißrussland sowie den Krieg in der Ukraine. Dadurch würden dem europäischen Markt derzeit etwa 3,5 Millionen Tonnen Holzpellets fehlen. Zudem seien mehrere europäische Betreiber kalorischer Kraftwerke dazu übergegangen, ihre Kohlekraftwerke auch mit Holzpellets zu betreiben, um daraus Strom zu erzeugen. Das habe die Nachfrage weiter angefeuert. Und schließlich bemerke man, dass Sägewerke ihre Produktion zurückfahren, da die Nachfrage nach Möbeln und Bauholz aufgrund der schwächelnden Konjunktur rückläufig sei. Das steigere die Preise für Hobel- und Sägespäne, das Ausgangsmaterial zur Herstellung von Pellets.

Die Preissteigerungen bei Ländle Pellets gegenüber Herbst 2021 beziffert Hagen mit weit mehr als 100 Prozent. Das Unternehmen bezieht rund 80 Prozent seiner Hobel- und Sägespäne von Mayr Melnhof in Reuthe. Dort beginnt man allerdings bald selbst mit der Produktion von Pellets aus dem anfallenden Sägerestholz. Der Liefervertrag zwischen MM und Ländle Pellets laufe Ende 2022 aus. „So wie es aussieht, wird er von MM leider nicht mehr verlängert“, sagt Hagen. Deshalb müsse man jetzt alternative Lieferanten organisieren. Je nach Entwicklung der Nachfrage könne es ab 2023 passieren, dass Ländle Pellets selbst Pellets als Handelsware zukaufen müsse, was bislang nicht der Fall sei. 

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