Werkshallen auf 17 Grad: Was Ländle-Firmenchefs dazu sagen

Markt / 20.10.2022 • 04:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Liebherr Nenzing baut einige der größten Baumaschinen der Welt, entsprechend groß und schwer zu heizen sind die Werkhallen. <span class="copyright">VN/KH</span>
Liebherr Nenzing baut einige der größten Baumaschinen der Welt, entsprechend groß und schwer zu heizen sind die Werkhallen. VN/KH

Industrieunternehmen rüsten sich mit unterschiedlichen Maßnahmen für den Winter.

SChwarzach Für die Mitarbeiter des Automobilriesen Volkswagen wird es diesen Winter frostig. Die Werkshallen werden lediglich auf 17 Grad Celsius geheizt, um wertvolle Energie zu sparen, der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich verteilt an die Mitarbeiter Fleecejacken, ein großer Baustoffhersteller in Deutschland will die Arbeit in die Nacht bzw. auf die Wochenenden und Feiertage verlegen, weil dann die Energie günstiger ist. Und in vielen großen Unternehmen ist Homeoffice wieder ein Thema.

Eigenes Energieteam

Ein umfassendes Energieeffizienzmanagement wird auch in Vorarlberger Industrieunternehmen im Kampf gegen die hohen Kosten bei Gas, Strom und anderen Energiequellen implementiert. Bei Liebherr Nenzing, dem Unternehmen mit den größten Hallen in Vorarlberg ist dies besonders wichtig. 17 Millionen kWh Gas verbraucht das Unternehmen hauptsächlich fürs Heizen, wie Firmensprecher Wolfgang Pfister Auskunft gibt. Neben Gas braucht der Produzent einiger der größten Baumaschinen weltweit für die Firmengebäude in Nenzing noch 14 Millionen kWh Strom.

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Neben den bereits seit Jahren verfolgten Maßnahmen zur Effizenzsteigerung bzw. Energieeinsparung beschäftigt sich ein Team seit Monaten, auch die Mitarbeiter sind aufgerufen, ihre Vorschläge einzubringen. Wie die anderen Industrieunternehmen ist Liebherr bereits seit Jahren damit beschäftigt, den Energieverbrauch zu drosseln. Das passiert auch bei Zumtobel. In der aktuellen Lage werden „alle Maschinen unter dem Aspekt bewertet, wann es Sinn macht, diese auszuschalten, beispielsweise in Pausen, an Feiertagen, Wochenenden und verlängerten Wochenenden. Hierbei wurden der Energieverbrauch bei der Wiederinbetriebnahme ebenso wie der Materialverbrauch berücksichtigt“, informiert Zumtobel Group-Chef Alfred Felder.

Fassaden noch besser gedämmt

Bei Rondo Ganahl, dem Unternehmen mit dem höchsten Gasverbrauch in Vorarlberg, spart man bereits so viel Energie, dass man permanent unter der Benchmark liegt und mehr CO2-Zertifikate erhält, als man braucht. Jetzt werden auch noch herkömmliche Lampen gegen LED ausgetauscht und Fassaden besser gedämmt. Beim Getränkehersteller Rauch sieht man sich gewappnet, wie Geschäftsführer Daniel Wüstner betont. „Wir haben einen laufenden Effizienzprozess.“

Welche Maßnahmen, um Wärmeenergie zu sparen, setzt Ihr Unternehmen?

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Zumtobel

Bis dato wurden beispielsweise in der Produktion für alle Anlagen sogenannte Abschaltkarten definiert. Das bedeutet, dass alle Maschinen unter dem Aspekt bewertet wurden, wann es Sinn macht, diese auszuschalten.

Alfred Felder, CEO Zumtobel Group
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VN

Wir informieren Mitarbeiter ständig über Maßnahmen. In den Hallen werden beheizte Insel zum Arbeiten geschaffen, in der Administration Mitarbeiter im Homeoffice, andere in Büros zusammengefasst arbeiten.

Wolfgang Pfister, Sprecher Liebherr
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VN/Steurer

Die Hallen werden mit Abwärme aus der Produktion auf Temperatur gehalten. Von der Abwärme haben wir mehr, als wir brauchen. Mit der Temperatur dürfen wir wegen der Produktion nicht zu weit hinuntergehen.

Hubert Marte, Vorstandsvorsitzender Rondo Ganahl
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Rauch

Wir befinden uns in einem permanenten Prozess, um Energie effizient einzusetzen und haben deshalb auch entsprechende Energiesparmaßnahmen in unserem Unternehmen bereits implementiert.

Daniel Wüstner, Geschäftsführer Rauch Fruchtsäfte

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